Teil 1: Nikolaus von Myra
Teil 2: Samichlausbrauch in der Pfarrei St. Martin Schwyz
Teil 3: Geschichten und Legenden


Nikolaus von Myra 

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Alljährlich zieht er anfangs Dezember durch die Strassen von Schwyz, der Samichlaus. Aber wer ist er eigentlich? Ist es der ehrwürdige, alte Mann mit Bischofsstab und Mitra oder ist es der allgegenwärtige Weihnachtsmann, der uns aus jedem Schaufenster entgegenlacht?

Nikolaus und Weihnachtsmann - gibt es überhaupt einen Unterschied? Kleine Kinder zucken ahnungslos mit den Schultern. Ältere Kinder sind sich dagegen sicher: "Der Weihnachtsmann kommt am Heiligen Abend und der Nikolaus am 6. Dezember." Doch nach einer Denkpause beginnen auch sie zu zweifeln: "An Weihnachten kommt doch eigentlich das Christkind", fügen sie skeptisch hinzu. Die Verwirrung ist perfekt: Weihnachtsmann, Nikolaus, Christkind - wer verbirgt sich hinter diesen Gestalten der Weihnachtszeit? Betreiben sie Jobsharing, oder sind sie sogar Konkurrenten? Begegnen sie sich bei der Arbeit oder gehen sie getrennte Wege?

Eines ist sicher: Nikolaus ist der Dienstältere. Zwei historische Personen sind Vorbild für die Heiligengestalt gewesen: der Bischof Nikolaus von Myra und der gleichnamige Abt von Sion, der auch Bischof von Pinora war.

Bekannter ist allerdings Nikolaus von Myra. Viel weiss man nicht mehr von ihm. Um das Jahr 280 ist er in Patras (Griechenland) zur Welt gekommen. Als junger Mann wurde er Bischof von Myra. Bald danach begannen die Christenverfolgungen. Auch Nikolaus geriet um das Jahr 310 in Gefangenschaft und wurde im Kerker schwer misshandelt. Gezeichnet von den Folterungen, trat er 325 auf dem berühmten Konzil von Nicäa auf. Von dieser Versammlung gibt es noch Überlieferungen, die seine Unterschrift tragen. Mehr weiss man über Leben und Wirken von Nikolaus kaum, bekannt ist nur noch das ungefähre Sterbedatum des Bischofs. Der Todestag war ein 6. Dezember, das Jahr lag zwischen 345 und 351.

Nikolaus war und ist ein unglaublich beliebter Heiliger. So ist er der Patron Russlands, der Ministranten, der Pilger und Reisenden, der Gefangenen, der Richter und Anwälte, der Feuerwehr (um nur ein paar wenige zu nennen), aber auch Schutzpatron unzähliger Handwerksgruppen. Man betet zu ihm für eine gute Heirat, gegen Wassergefahren und gegen Diebe. Aber vor allem ist er der Schutzheilige und Freund der Kinder.

Der Nikolaus-Kult breitete sich etwa zwei Jahrhunderte nach dem Tod des Heiligen aus. Die stärkste Verehrung erfuhr Nikolaus etwa ab dem 8. Jh. in Russland, dessen Patron er seitdem auch ist. Zaghaft breitete sich der Kult in der Folgezeit dann auch in Europa aus, so ab dem 10. Jh. in Deutschland, Frankreich und England.

Italienische Seefahrer oder Piraten raubten im Jahr 1087 die Gebeine von Bischof Nikolaus aus dem Sarkophag der Grabkirche in Myra und brachten sie nach Bari in Apulien. Dort werden seither die Reliquien des Verehrten in der Basilika S. Nicola aufbewahrt (siehe Abb. rechts).
Der leere Nikolaus-Steinsarkophag hingegen kann noch heute in der Unterkirche des Nikolaus-Gotteshauses in Demre/Myra an der Südwestküste der Türkei besichtigt werden. Das antike Myra allerdings ist nur noch eine Ruinenstadt.

Wenn auch vom Leben des Nikolaus nicht mehr viel bekannt ist, so ist das Brauchtum, das um seine Person entstanden ist, umso reichhaltiger und ausgeprägter. Der Brauch der Nikolausbescherung am 6. Dezember entstand im Mittelalter. Dass der Nikolaus überhaupt als Gabenspender auftritt, hängt mit der Jungfrauenlegende zusammen. Danach konnten drei Töchter eines verarmten Patriziers nicht heiraten, weil die Mitgift fehlte. Über Nacht legte der heilige Nikolaus den jungen Frauen unbemerkt je eine goldene Kugel auf das Bett. Seither gilt er auch als Patron der Liebenden und Heiratswilligen.

An den Vorabenden zum 6. Dezember besucht der Mann mit dem weissen Bart die Kinder und beschenkt sie. Er lobt sie für ihre guten Taten oder tadelt sie wegen Unartigkeiten. Vor die Tür gestellte Stiefel (schleuken!) sind am Nikolausmorgen mit Süssigkeiten gefüllt. In den Alpenländern treiben am Nikolaustag vermummte Gestalten, die sogenannten Klausen, ihr Unwesen. Im Osten ist Nikolaus nach Maria die meistverehrte Heiligengestalt.

Der Siegeszug des Weihnachtsmanns begann dagegen erst im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entwickelte sich Weihnachten als Familienfest, so wie wir es heute kennen, mit einem Weihnachtsbaum und Bescherung am Heiligen Abend. Das Fest und seine Symbolfiguren wurden verweltlicht. Die Bischofstracht wurde durch einen roten Mantel ersetzt. Der Weihnachtsmann verkörperte nun Charakterzüge vom heiligen Nikolaus und seinem Begleiter Knecht Ruprecht. Der Weihnachtsmann soll sogar direkt vom Knecht Ruprecht abstammen.

Aber auch das Christkind sollte schon einmal den Nikolaus als Gabenbringer ablösen. Martin Luther schaffte 1535 die Bescherung durch den Heiligen ab und übertrug die Aufgabe an den "heiligen Christ". Heute noch bringt das Christkind in vielen Familien am Weihnachtstag die Geschenke. 

Der Weihnachtsmann ist in der Zwischenzeit zum Heiligen der Werbebranche verkommen. Wo man auch hinschaut, der Global Player mit dem Rauschebart und der Zipfelmütze ist schon da: In Geschäften, auf Werbeplakaten, im Fernsehen oder auf Betriebsfeiern. Doch auch er hat Konkurrenz bekommen: den smarten US-Amerikaner Santa Claus. Er soll Anfang der 30er Jahre vom bekannten Getränkehersteller Coca-Cola entworfen worden sein. Santa Claus reist mit einem PS-starken Truck, trägt einen Gürtel, schwere schwarze Stiefel und liebt die braune Limonade. 

Der klassische Nikolaus, lange Zeit hart bedrängt vom Weihnachtsmann, ist aber wieder auf dem Vormarsch. Bei traditionsbewussten Erwachsenen erlebt er langsam ein Revival. Beginnt also der Stern des Weihnachtsmanns zu sinken? Viele Menschen vermissen das Geheimnisvolle und die Glaubwürdigkeit des Heiligen in der Gestalt des Weihnachtsmannes. 

Unser Samichlaus hat also noch lange nicht ausgedient.

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Samichlausbrauch in der Pfarrei St. Martin Schwyz

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VON HANS STEINEGGER 

Einkehrbrauch, Gabenspender, Goldenes Buch, Gebildebrote, Inestschaa, Lebkuchen, Klausenbein, Kinderglaube, Rute, Schülerbischof, Schleuke, Samichlaus, Schmutzli oder Yffele sind nur einige wenige Begriffe am Festtag des Heiligen Nikolaus. Sie alle sind in der Bevölkerung noch mehr oder weniger geläufig, doch der historische Hintergrund und die Symbolik der Objekte und Rituale kaum mehr bekannt. Am Beispiel der Samichlaustradition der Pfarrei St. Martin Schwyz lassen sich verschiedene Brauchelemente auf Legenden, Mythen und Kulte rund um den Bischof von Myra (um 270 bis 340) zurückführen. Das kleine (unvollständige) Glossar will lexikalisch in die vielfältigen Begriffe Einblick geben, an Vergangenes erinnern und auch Erklärungen aus genereller Sicht bieten. Die zahlreichen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Begriffen sind beeindruckend und deshalb in der Regel mit einem Hinweiszeichen (>) versehen.

 

 

Adventspädagogik. Bis um 1550 war das Nikolausfest am 6. Dezember der Höhepunkt der Weihnachtszeit. Die Reformation hob jedoch die Heiligenverehrung auf und ersetzte Nikolaus durch den „Heiligen Christ“ (Christkind). Die Gegenreformation brachte zwar ein Verbot der zur Fasnacht verkommenen Kinderbischof-Umzüge (>Schüler-Bischof), erklärte aber Sankt Nikolaus wieder zur zentralen Figur. Der bisherige >Einlegebrauch (Schleuke) entwickelte sich in den katholischen Gebieten ab dem 17. Jahrhundert zum >Einkehrbrauch (Ineschtaa). Gleichzeitig entstand die sogenannte Adventspädagogik: Fastende, betende (>Klausbeten) und gehorsame Kinder bekommen Geschenke (>Bescherung), die bösen die >Rute. Gute Taten werden auf dem >Klausenbein (Chlausebäi) festgehalten. Der >Samichlaus ist die grossväterliche Autorität, die lobt und tadelt, aber auch der wohlwollende Gabenspender. Er wird vom >Schmutzli (Knecht Ruprecht) begleitet, der das Böse (Dunkle, Dämonische) verkörpert und lange Zeit als Angstmacher auftrat.

 

Apfel. Zu den Geschenken des >Samichlaus gehören neben Dörrbirnen, >Nüssen, >Lebkuchen und Süssigkeiten auch Äpfel. Sie sind mehr als nur Hausobst, sondern symbolisieren ebenso die Goldklumpen aus der Jungfrauenlegende (>Einlegebrauch; >Zahl Drei). Nördlich der Alpen galt zudem der Apfel im mittelalterlichen Paradiesspiel, das am 24. Dezember in den Kirchen aufgeführt wurde, als Frucht des Lebens (Lebensbaum). Nach diesem Verständnis war er auch ein Symbol des Sündhaften, denn das lateinische „malum“ bedeutete sowohl Apfel als auch Übel und schloss somit das Schuldhafte mit ein. Der Apfel versinnbildlicht ferner Fruchtbarkeit und Reichtum.

 

Auszug. Der Auszug des >Samichlaus aus der Kirche oder dem Pfarrhaus ist Teil des Rituals rund um das traditionelle Nikolausbrauchtum. Seit Jahrzehnten zieht er am ersten Abend seiner Hausbesuche auch in Schwyz mit seinem Gefolge (>Ministranten, >Schmutzli) durch die Herrengasse. Während noch in den 1950er-Jahren nur ein Samichlaus das Pfarramt verliess und dort nach dem >Kinderglauben auch nur „ein“ Nikolaus für einige Tage wohnte, bilden heute mehrere Samichlausgruppen den Auszug, begleitet von >Eseln und Fackelträgern, dazu am Strassenrand gesäumt von viel Volk. Der Auszug ist zugleich ein „Einzug“ auf die Hofmatt, wo den Kindern Lebekuchen verteilt werden, während sich die einzelnen Samichläuse auf ihre Routen begeben.

 

Bescherung. Sowohl beim >Einlegebrauch als auch beim >Einkehrbrauch bringt der >Samichlaus den Kindern heute noch traditionelle Gaben. Im >Sack des >Schmutzli sind es Baumnüsse, Äpfel, Dörrbirnen, Lebkuchen und Süssigkeiten (teils auch Erdnüsschen und Mandarinen). Schwyz kennt zudem zwei alte >Gebildebrote in Form von >Vogel und >Schnecke (Schnägg), die meist am Nikolaustag „geschleukt“ werden. In Schwyz ist es überdies Tradition, bei Privatpersonen Nüsse, Äpfel und Dörrbirnen für die >Familienbesuche zu sammeln.

 

Bilder. Die älteste gemalte, jedoch heute nicht mehr vorhandene Darstellung des heiligen Nikolaus stammte von Ende 18. Jahrhundert und schmückte, zusammen mit dem heiligen Franz-Xaver, eine gelbe Prozessionsfahne. Ferner ist Nikolaus gemeinsam mit sechs andern Heiligen auf der 1652 gegossenen St. Martins-Glocke (auch Wiisi- und Leichenglocke genannt) abgebildet.

 

Bischofsornat. In Schwyz tritt der >Samichlaus im Bischofsornat (Amtstracht) auf. Dazu gehören: Rauchmantel (in mehreren Farben), Untergewand (Albe), Gürtel (Zingulum), Mitra (Yffele, Bischofsmütze), Bischofsstab (Krumm- oder Hirtenstab), Handschuhe (weiss) und Buch (Goldenes). Zudem trägt er Perücke, Bart und Schnauz aus Naturhaar (gebrochenes Büffelhaar; kein Wattebart!); sein Gesicht ist sorgfältig geschminkt.

 

Buch, Goldenes. Beim >Einkehrbrauch (Hausbesuch) übernimmt der >Samichlaus die Rolle des gütigen Richters, der lobt und tadelt. Sein Wissen über das Verhalten der Kinder entnimmt er dem „Goldenen Buch“. Es erinnert im religiösen Sinn an die Heilige Schrift – an das Buch des Lebens, das göttliche Gericht oder die göttlichen Ratschlüsse und symbolisiert somit die Allwissenheit Gottes, der das Handeln des Menschen individuell richtet. Volkstümlich übertragen heisst dies: Im Buch stehen die guten und schlechten Taten, über die nicht erst am Lebensende geurteilt wird, sondern jährlich am Nikolaustag. Das positive Verhalten des Kindes wurde einst auf dem >Klausenbein (>Kerbholz) festgehalten.

 

Chlausechappeli. Die kleine Wegkapelle St. Nikolaus (Chlausechappeli) steht an der Strasse zur Iberegg unterhalb des Windstock bei der Abzweigung zur Liegenschaft Lotenbach. Im Innern steht hinter Gittern und Glas eine Holzstatue aus dem 18. Jahrhundert, den heiligen Nikolaus mit Brustkreuz und Bischofsstab darstellend.

 

Chlausengesellschaft. Der Verein Chlausengesellschaft St. Martin Schwyz wurde am 18. März 2005 von 20 aktiven Samichläusen gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den traditionsreichen Brauch ausschliesslich durch >Familienbesuche im Gebiet Schwyz, Haggen, Burg, Rickenbach und Aufiberg sowie des Altersheims Acherhof zu pflegen. Auf Auftritte an Vereins- und Geschäftsanlässen wird bewusst verzichtet. Die Gesellschaft legt besonderen Wert auf die würdige Erscheinung des >Samichlaus, indem nicht nur originale Rauchmäntel (>Bischofsornat) aus dem Fundus der Pfarrkirche getragen, sondern auch die seit drei Generationen von der (einstigen) Coiffeurfamilie Gramlich gepflegte Schminkkunst übernommen wurde. Für die Familienbesuche ist eine schriftliche Anmeldung erforderlich. Die Unkosten werden durch Spenden von Privaten und den Eltern der besuchten Familien gedeckt. Neu organisiert und finanziert der Verein Gemeinsam für unsere Gemeinde (GfuG) nach dem >Auszug das Verteilen von rund 400 Lebkuchen und den Ausschank von Punsch.

 

Chlauskomitee. Auch das Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache (Idiotikon) dokumentiert, wenn auch ohne Jahresdaten, den >Knabenbischof im Kollegium Maria Hilf und verweist gleichzeitig auf das entsprechende Brauchtum im Dorf. Es war damals am Vorabend des Nikolaustages, als „nach dem Nachtessen ein Schüler-Bischof, begleitet von den jüngsten, als Engel gekleideten und Kerzen tragenden Studentlein und den Professoren in das Refektorium geschritten kamen, während zwei ‚Schmutzli’ sich an der Saaltüre postierten; nach einem Vortrage über das Leben des Heiligen verlas der ‚Samichlaus’ eine humoristisch gehaltene Censur der Schüler, die er zum Schlusse mit Äpfeln, Nüssen, Backwaren beschenkte. Es war dieser Aufzug eine Reminiscenz an den früheren öffentlichen Umzug der Schülerschaft des Ortes, bei welchem ebenfalls ein Knabe als Bischof sogar in der Kirche fungierte, und der nach dem Gottesdienste sich unter Bewachung von zwei vermummten Männern durch das Dorf und die Umgegend fortsetzte und mit einer fröhlichen Mahlzeit endete.“ Noch Anfang der 1960er-Jahre existierte auch im Externat des Kollegiums ein Chlauskomitee, das jährlich einen Nikolausabend mit Besuch des >Samichlaus und einer Schnitzelbank organisierte.

 

Darstellungen. In der Pfarrei St. Martin ist Sankt Nikolaus, der Bischof von Myra, in nur wenigen >Bildern und >Skulpturen dargestellt, teils mit den typischen Attributen (Bischofsornat, Mitra, Stab, Buch, Goldkugeln). Auf Verehrungen des Heiligen weisen Altäre (>Patronate) in zwei früheren Kirchen des Hauptortes und zwei >Kapellen hin.

 

Einkehrbrauch. Als Gegenbewegung zur Reformation (>Adventspädagogik), die den Niklaus als Gabenbringer (6. Dezember) abschaffte und durch das Christkind (24. Dezember) ersetzte, entstand in den katholischen Gebieten der Einkehrbrauch, in der Mundart >“Ineschtaa“ genannt.

 

Einlegebrauch. Das heimliche Einlegen (Mundart: >Schleucke) während der Nacht oder das überraschende Einwerfen (>Inerüere) von Gaben in die dunkle Stube durch den >Samichlaus haben ihren Ursprung in der Jungfrauenlegende: Ein verarmter Mann wollte seine drei Töchter zur Prostitution anhalten, damit er sie mit der nötigen Mitgift (Aussteuer) standesgemäss verheiraten konnte. Nikolaus, damals noch nicht Bischof und soeben durch ein Erbe vermögend geworden, erfuhr von der Notlage der Familie. In drei aufeinander folgenden Nächten warf er je einen grossen Goldklumpen durch das Fenster des Schlafzimmers der drei Jungfrauen. In der dritten Nacht gelang es dem Vater, den Spender zu entdecken und ihm zu danken. Darum wird Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln, Äpfeln oder Broten (auf einem Buch oder in der Hand) dargestellt. Die >Zahl Drei (Dreigestalt) gilt als heilig.

 

Engel. Während Jahrzehnten begleiteten den >Samichlaus drei Engel, eingekleidet in farbige Alben, mit länglichem Haar (Perücke) und einem Stern über der Stirn. Sie führten die Klausengruppe an, spendeten mit Tortschen (Kerzenleuchten) Licht und waren als „Gottesboten“ und „Diener“ ein Gegenpol zum teuflisch-dämonischen >Schmutzli. Es war das Privileg der Sechstklassbuben, die Engel darzustellen. 1968/69 wurden sie vom damaligen Pfarrhelfer Carl Wuhrmann auf Geheiss des Pfarrers und Vikars „abgeschafft“. Fortan sollten nur noch >Schmutzlis als Begleiter unterwegs sein. Der Grund lag nicht etwa im Trend der Zeit, beim Advents- und Weihnachtsbrauchtum auf „Kitsch“ zu verzichten, sondern die Tatsache, dass die Hausbesuche mit Kaffeerunden ausarteten, dabei auch Engel Alkohol tranken, und die Gruppen verspätet heimkehrten. Der Entscheid löste bei den Jugendlichen heftige Proteste aus, sodass in der Folge mit dem Einsatz von >Ministranten eine Alternative gefunden wurde.

 

Esel. Der Esel begleitet den >Samichlaus nicht von Haus zu Haus, sondern seit einigen Jahren nur beim >Auszug; auch „Nikolaus auf Pferd“ hat in Schwyz keine Tradition. Schweizerisch ist der Esel bereits im 16. Jahrhundert belegt, und zwar auf einem (Zürcher) Backmodel mit einer Szene des >Einlegebrauchs. Bedeutung und Symbolik sind umstritten: Einerseits gibt es Hinweise auf das Grautier in der Bibel (Stall von Bethlehem, Flucht aus Ägypten, Palmesel), anderseits gilt er als „Tier des kleinen Mannes“. Esel (und Pferd) traten vor Jahrhunderten schon in religiösen Volksspielen auf. Diese kippten jedoch mehr und mehr ins Närrische und Groteske und waren oft nur noch Volksbelustigung: der Esel als Symbol für Dummheit und Verstocktheit.

 

Familienbesuche. Der >Samichlaus der Chlausengesellschaft St. Martin besucht mit je zwei >Ministranten und >Schmutzlis die Familien zu Hause in ihrer Stube. In feierlicher Stimmung erzählt er den Kindern eine Geschichte oder führt mit ihnen ein Gespräch über das vergangene Jahr, lobt und tadelt Ereignisse, die ihm die Eltern aufgeschrieben haben, ohne dabei als „böser Mann“ oder „Angstmacher“ aufzutreten. Kerzenlicht und Adventskranz können die vorweihnachtliche Stimmung bereichern, ebenso das Vortragen von Gedichten, Liedern oder Musikstücken durch die Kinder, ist aber keine Pflicht. Am Schluss des Besuchs übergibt der Samichaus ein kleines Geschenk (Chlausensack), das die Eltern bereitgestellt haben.

 

Fastenzeit. Jedem grösseren Festtag ging früher eine kürzere oder längere Fastenzeit voraus, so auch während der vier Adventswochen. Das kirchliche Gebot führte dazu, dass jede Gelegenheit gerne genutzt wurde, um aus der Fastenpflicht auszubrechen. Dazu zählte auch das Nikolausspiel (>Knabenbischof), das sogar zum närrischen Treiben (>Maskierung) ausartete.

 

Gebildebrote. Das Gebildebrot ist ein Sinn- oder Bildergebäck, das zu religiösen oder traditionellen Anlässen in bestimmter Form hergestellt und verzehrt wird. Die aus Teig geformten Backwaren haben die Gestalt von Menschen, Tieren und Symbolen. In Schwyz haben sich (wie in andern Innerschwyzer Ortschaften) am Nikolaustag zwei Gebildebrote erhalten: >Vogel und >Schnägg. Der bisher älteste Beleg ist ein Eintrag in einem Kommissionsbüchlein der Bäckerei Etter vom 6. Dezember 1903, als „8 Vögel u. Schnek“ für „80 Cts.“ verkauft wurden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Gebildebrote aus ungesüsstem Zopf- oder Weggenteig schon im 19. Jahrhundert bekannt waren, in der Regel nur vom Bäcker hergestellt, verkauft und bis heute kaum privat gebacken wurden. Gegenüber der Symbolik sind Brotforscher zurückhaltend, wurden doch die Gebäckformen oft von Region zu Region übernommen und am neuen Ort aus reiner Freude an dekorativer Ausschmückung phantasievoll verändert.

 

Horn. Wie >Rute, >Sack und >Kette zählt auch das Horn zu den Utensilien des >Schmutzli. Der unheimliche Hornstoss signalisiert einerseits die Präsenz des >Samichlaus, steht anderseits für das Dämonische. Als Lärminstrument erinnert das Horn (wie Glocke und Peitsche) an vorchristliche Rituale rund um Schutz und Segen. Noch in den 1950er-Jahren holten sich in Schwyz die Buben in der Metzgerei ein Kuh- oder Ochsenhorn, sotten das Mark aus, sägten die Hornspitze ab, bohrten ein Loch in den Hohlraum und feilten die Öffnung zu einem Mundstück aus. Während der Klausenzeit zogen sie einzeln oder in Gruppen hornend durch die dunklen Strassen und Gassen.

 

Inerüere. Der Mundartausdruck „Inerüere“ bedeutet hineinwerfen und ist eine Variante des Einlegebrauchs (>Schleucke). Während die Familie in der halbdunklen Stube beim Adventskranz sass und zum Samichlaus betete (>Klausengebet), hornte und polterte es draussen plötzlich. Bald öffnete sich die Türe einen Spalt weit und aus einem Sack kollerten >Nüsse, >Äpfel, >Lebkuchen und Süssigkeiten. Entweder brachten Angehörige, Nachbarn oder Sozialinstitutionen den überraschenden Geschenksegen. Dieser private Kleinbrauch lebte in Schwyz noch bis Mitte der 1960er-Jahre.

 

Ineschtaa. Der >Einkehrbrauch ist in Schwyz unter dem Mundartausdruck „Ineschtaa“ bekannt und bedeutet nichts anderes als „in die Stube eintreten“: Der >Samichlaus besucht auf Wunsch der Eltern mit seinem Gefolge die Kinder. Der Brauch wurzelt in der >Schülerlegende.

 

Kapellen. In der Pfarrei St. Martin existiert keine Nikolaus-Bruderschaft. Hingegen ist unterhalb des Windstocks eine kleine Wegkapelle dem heiligen Nikolaus geweiht, im Volksmund als  >Chlausechappeli bekannt. Bis 1789 stand auch an der Strasse nach Steinen, nahe der Brücke über den Uetenbach, eine schon 1429 erwähnte St. Nikolaus-Kapelle, vom Volk einst „Galgenchappeli“ genannt. Der volkstümliche Name erinnert an die Richtstätte des Alten Landes Schwyz, die sich bis 1618 an dieser Stelle (Galgenmatt) befand, 1621 jedoch auf Wunsch der Kapuziner beim Bau ihres Klosters ins Wintersried verlegt wurde.

 

Kerbholz. Der Begriff „Kerbholz“ bedeutete ursprünglich „Schuldkonto“. Heute ist vielfach nur noch die Redewendung „etwas auf dem Kerbholz haben“, also „etwas Unerlaubtes, Unrechtes getan haben“ oder „Schulden haben“ geläufig. Vom 15. bis 18. Jahrhundert diente das Kerbholz zur Aufzeichnung und Abrechnung von Warenlieferungen, Arbeitsleistungen und unbezahlten Zechen. Dieser „Datenspeicher“ war wohl unverschlüsselt, aber nur schwer manipulierbar, denn die Einkerbungen wurden auf zwei Holzstäben so vorgenommen, dass sie identische „Hicke“ aufwiesen und je ein Stab für Gläubiger und Schuldner bestimmt war. Die Kerbhölzer waren nicht nur Vorläufer der Kunden- und Kommissionsbüchlein, sondern wurden auch in der Land- und Alpwirtschaft für Rechte und Pflichten der Alpgenossen, für Käse- und Milchmengen oder für die Anzahl gealpter Tiere angewendet. In der >Adventspädagogik diente das Kerbholz als Vorbild für das Betholz oder >Klausenbein.

 

Kette. Der >Schmutzli war noch in den 1950er-Jahren neben >Horn, >Rute und >Sack auch mit einer Kette ausgerüstet. Kettenrasseln gehörten beim >Einkehrbrauch zum Ritual der Angstmacherei. Die Kette ist aber auch ein Zeichen der Untat (Sünde), die den Menschen „in Ketten legen kann“. Der Samichlaus hat seinerseits das Böse stets im Griff, indem er den schwarzen Begleiter zurechtweisen und zur Ruhe zwingen kann.

 

Kinderglaube. Ob bei den Vorbereitungen auf den Hausbesuch, beim >Schleuke, >Inerüere oder beim >Auszug des >Samichlaus: In der >Adventspädagogik und im Kinderglauben gab es einst nur „einen“ Samichlaus. Er wohnte während des Jahres zusammen mit den Engeln im Himmel. Die >Schmutzlis hausten in den Felsspalten des Gibelwaldes und kamen nur zur Samichlausenzeit ins Dorf. Zogen sie kurz vor dem Nikolaustag in den Pfarrhof ein, durften die Himmelsgäste in schönen Zimmern übernachten, die schwarzen Knechte nur in den Kellerräumen. Leuchtete in diesen Tagen zwischen Rigi und Rossberg ein schönes Abendrot, dann sagten die Kinder: „Dr Chlaus bached“.

 

Klausbeten. Das Klausengebet ist als Ritual der Adventspädagogik (>Kerbholz, >Klausenbein) auch in Schwyz nachgewiesen. Am Schwyzer Katholikentag 1928 hat Lehrer J. von Euw dazu festgehalten: „Nach dem alten Kinderglauben im Schwyzerlande ist St. Nikolaus vom Feste des heiligen Erzengels Michael an bis zum 6. Dezember fast beständig auf Erden und sieht überall nach dem Betragen der Kinder. Dazu kommt das so genannte Klausbeten. Die eifrigen Kinder suchen seit dem Michaelstag nicht mehr die Gesellschaft anderer auf dem Schulwege, sondern beten für sich bei jeder Gelegenheit den Rosenkranz. Nach Vollendung desselben machen sie wieder einen Einschnitt oder „Hick“ in ihr >Klausenbein, das sie dann am Klausabend zur Kontrolle auf den Tisch legen. Auf den Platz der ungezogenen und ungehorsamen Kinder legt der St. Nikolaus eine >Rute oder gar in einer Papiertüte ein wenig Rossdünger.“

 

Klausenbein. In der >Adventspädagogik diente das Klausenbein als Instrument zur Aufzeichnung guter Taten (>Klausenbeten); es hat damit seinen Ursprung im >Kerbholz. In der Region Schwyz war das Klausenbein (Chlausebäi) in einigen Familien teils noch bis zum Zweiten Weltkrieg in Gebrauch. Georg von Reding (1874-1956) berichtet davon: „Am Vorabend wird mitten auf den Tafeltisch eine schöne, grosse Schüssel gestellt, und jedes Kind legt sein Klausenbein an seinen Platz, den es am Familientisch einnimmt. Da legt dann der heilige Kinderfreund nützliche und notwendige Sachen hin und füllt die Schüssel mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen als Belohnung für gute Aufführung, braves Lernen in der Schule und standhaftes Beten des Rosenkranzes zu seiner Ehren.“ In den 1950er-Jahren, als das Klausenbein vielerorts schon in Vergessenheit geraten war, ersetzten Eltern in Schwyz und Umgebung das Klausenbein mit einer „Tafel“ aus Papier oder Karton, die an der Stubenwand aufgehängt wurde. Darauf waren die Namen der Kinder und die Wochentage ab November aufgeführt. Bis zum 6. Dezember wurde dann täglich am Abend über das Verhalten jedes Einzelnen Rechenschaft abgelegt und dabei gute Taten mit einem „goldenen“ und Untaten mit einem „schwarzen“ Strich vermerkt. So ersetzte ein „Chritz“ auf der Klausentabelle den früheren „Hick“ im Klausenholz.

 

Knaben-Bischof. Der >Einkehrbrauch erinnert an mittelalterliche Zeiten, als an Klosterschulen von der Schülerschaft in geistlichen Spielen Nikolauslegenden dramatisiert wurden. Dazu gehörte auch die Wahl eines Schüler- oder Knabenbischofs, der einen Tag lang die Regentschaft übernehmen durfte. Er trug bischöfliche Kleidung, belohnte in Anlehnung an den heiligen Nikolaus die Guten und bestrafte die Bösen. Im Spätmittelalter artete das Nikolausfest(spiel) immer mehr aus, verursacht durch neue Begleitfiguren, Kostümierungen sowie wilde und närrische Züge (>Maskierung). Verbote und Gegenbewegungen waren die Folge. Auch in Schwyz ist 1634 ein >Schülerbischof bezeugt: „Am St. Nikolaustag zieht der von Schulknaben erwählte Bischof mit seinen Hauptleuten und Kriegern, morgens und abends zur Kirche. Unter den Gesängen der deutschen und Lateinschüler vollzieht sich diese Zeremonie besonders feierlich.“

 

Lebkuchen. Der „Honigkuchen“ der Antike wandelte sich im Mittelalter zum „Lebkuoche“. Er wurde zuerst von einer eigenen Bäckerzunft (Lebküchner), später vor allem von Klöstern (Hostienbäckereien) hergestellt. Honig ersetzte ursprünglich den Zucker, den es in raffinierter Form erst seit dem 19. Jahrhundert gibt. Weil das Gebäck als gesund, heilend und verdauungsfördernd galt, durfte es (als eine Art Arznei) auch in der >Fastenzeit gegessen werden. Durch die Verfeinerung mit Nüssen, Mandel, Gewürzen („Pfeffer“) und Heilkräutern wurde der Lebkuchen zum Pfefferkuchen. Der Name Lebkuchen leitet sich vermutlich vom lateinischen „libum“ ab und heisst Fladen, Flachkuchen, Opferkuchen. Er wurde frei geformt, mit Modeln geprägt (Szenen) oder mit Blechformen (Figuren) ausgestochen, dazu teils mit >Oblaten und Zuckerguss garniert.

 

Maskierung. Sollte das Bischofsspiel wie andere geistliche Spiele vor allem katechetischen Zielen dienen, hatte die Wahl des >Schülerbischofs (>Knabenbischof) auch eine nicht unbeabsichtigte heitere Note. Die Freiheiten nutzten die jugendlichen Brauchtumsträger jedoch mehr und mehr für den Ausbruch aus dem Alltagsleben mit Ausgelassenheit, Unfug, Bettelei und Maskenspiel analog zur Fas(t)nacht – mit dem Teufel als Hauptfigur. In den Teufelsfiguren ist denn auch der Ursprung der dämonischen Begleiter (>Schmutzli) des >Samchichlaus zu suchen.

 

Ministranten. Anfang der 1970er-Jahre wurden die >Engel als Begleiter des >Samichlaus durch Ministranten (und später auch Ministrantinnen) ersetzt. Sie tragen Messdienerkleider und leuchten der Chlausengruppe mit Tortschen (Kerzenleuchten) den Weg.

 

Nikolaos. Wie die Existenz des Heiligen >Nikolaus nicht mit Fakten nachgewiesen werden kann, so gilt auch der Name „Nikolaos“ nicht als Eigenname, sondern als eine Ehrenbezeichnung. Das griechische „nikos“ bedeutet wörtlich „Sieg“, das „laos“ so viel wie „Volk“. In der symbolischen Umsetzung und für die spätere >Verehrung heisst dies: Nikolaus ist jener, „der das Böse besiegt und dem Volk gezeigt hat, wie das Gute siegreich bleibt“.

 

Nikolaus. Nach der Legende soll Nikolaus um 270 in Patara in der Provinz Lykien (Kleinasien, heute Türkei) als Kind wohlhabender Eltern geboren und als Bischof von Myra (heute Demre) um 342 gestorben sein. Lebensdaten und Teilnahme am Konzil von Nicäa (325) sind jedoch nicht gesichert. Die Wissenschaft geht sogar davon aus, dass die Figur des Heiligen Nikolaus in der Realität nie existiert hat. Nachweisbar ist nur, dass es wahrscheinlich einen Bischof >Nikolaus in Myra gegeben hat, von dem zuerst vor Ort, dann ab dem 4./5. Jahrhundert in der Ostkirche und ab dem 8./9. Jahrhundert in der Westkirche Wunderberichte verbreitet wurden, verbunden mit kultischer Verehrung. Seine Lebensdaten und Legenden sind letztlich eine Vermischung (Kompilation) mit jenen der zweiten historischen Figur, dem Abt Nikolaos von Sion, Bischof von Pinara (6. Jahrhundert).

 

Nuss. Die Nüsse hatten vor Jahrzehnten als Nahrungsmittel einen hohen Stellenwert. Sie eigneten sich für die Winterlagerung, waren nahrhaft und lecker. Darum schenkte sie nicht nur der >Samichlaus, sondern wurden später an einem Faden an den Weihnachtsbaum gehängt und in Schwyz sogar an der Fasnacht von den Maskeraden (Nüssler) verteilt. In der Symbolk gilt die Nuss als Zeichen für Gottes unerforschlichen Ratschluss: „Gegenwart und Zukunft geben manche Nuss zu knacken!“ Vergoldete Nüsse am Christbaum zeigen zudem an, dass das Leben zwei Seiten hat: Der verborgene Kern im Innern und das strahlende Äussere.

 

Oblaten. Neben den >Gebildebroten (Vogel, Schnägg) fertigen die Bäckereien in Schwyz (bis heute) in alter Tradition mit Modeln und Stechformen verschiedene >Lebkuchen her. Die Oberfläche wurde einst mit Zuckerguss garniert und dabei ornamental und figürlich geschmückt. Gesundheitliche Bedenken gegen die Zuckerfarben und die technischen Möglichkeiten führten im 19. Jahrhundert dazu, die Lebkuchen mit gedruckten Oblatenbildern zu dekorieren. Dazu standen ganze Bilderbogen mit zahlreichen Motiven zur Verfügung, vom Nikolaus (mit Esel) über den Weihnachtsmann bis zu Märchenfiguren (Hänsel und Gretel). In Schwyz blieb es lange Zeit Tradition, die Lebekuchen neben den Oblaten mit farbigem Zuckerguss zu schmücken. Heute werden Nikoläuse und Weihnachtsmänner auch mit (alten und neuen) Blech-, Bakelit- oder Plastikformen in Schokolade gegossen.

 

Patronate. Der Bischof von Myra wurde, wie keine anderer Heiliger, von unterschiedlichsten Personen und Berufsleuten als Schutzpatron angerufen und verehrt: Kinder und Schüler, Mädchen, die sich Männer, und Frauen, die sich Kinder wünschen, Gebärende, Seeleute, Schiffer, Flößer, Schiffsbauer, Fährleute, Kaufleute, Müller, Bäcker, Metzger, Schneider, Weber, Reisende, Gefangene, Advokaten, Notare, Pfandleiher, Küfer, Wein- und Kornhändler, Eigentümer, Bettler, ja sogar Gefangene und Diebe. Die Pfarrei St. Martin kennt mit Ausnahme des >Chlausenchappeli keine Patronate und Bruderschaften, ebenso nur wenige abgegangene oder erhaltene alte >Darstellungen des Sankt Nikolaus (>Bilder, >Skulpturen). Nur in der einstigen romanischen Kirche von Schwyz ist 1299 die Weihe eines zweiten Seitenaltars „zu Ehren des hl. Bischofs Nikolaus“ nachgewiesen. Ebenso war einer der fünf Altäre, die 1481 in der neuen gotischen Kirche geweiht wurden, dem heiligen Nikolaus geweiht.

 

Pfarrei-Samichlaus. Nach Problemen mit dem Samichlaus der politischen Parteien (>Politik) griff um 1920 Pfarrer Franz Odermatt (1883-1951) persönlich ein und organisierte vor allem mit dem Jungmännerbund einen „würdigen Pfarrei-Samichlaus“ (>Trägerschaft). Der damalige Vikar Josef Konrad Scheuber (1905-1990) erinnert sich an einen Samichlaus,“der nun Jahr für Jahr mit mehreren farbigen Gruppen – Bischof; >Engel mit Laternen, Buch und Glöcklein; Schmutzli mit Wagen, Tschifern (Rücktragkorb), Gabensack und dem weithin schallenden >Horn – von Haus zu Haus die braven Kinder der ganzen Gemeinde besucht, abfrägt, ermahnt und beschenkt. Schon früh im Sommer werden Gaben für diese fröhliche Bescherung im Pfarrhaus abgegeben. Ja, einmal geschah es, dass drei geschäftsmüde Jungferlein ihren ganzen Ladenvorrat dem Pfarrer für den Samichlaus vermachten. Manches Fuhrwerk wurde hochbeladen vor das Pfarrhaus gefahren, und jahrelang zehrte die Nikolausbescherung von diesem Reichtum an Tuch und Stoffen, die im Pfarrhausestrich gut gelagert, von Arbeiterinnen und Jungfrauen allmählich zu Kinderkleidchen verarbeitet, durch den Kinderbischof verschenkt werden konnten.“

 

Politik. Als Kuriosum im Nikolausbrauchtum der Pfarrei St. Martin ist der „politische Samichlaus“ in die Geschichte eingegangen. Dazu berichtet der damalige Vikar Josef Konrad Scheuber (1905-1990): „Früher schickte zu Beginn der Adventszeit jede politische Parteigruppe von Schwyz ihren ‚Samichlaus’ auf die abendliche Reise. Die Familien konnten sich anmelden. Eine ungute Habgier nach immer mehr führte zu charakterlosen Anmeldungen bei allen Parteien. Das Ende vom Lied: drei ‚Samichläuse’ mit allem Schmutzlizubehör trafen in der gleichen Stube zusammen. Bartlos und zum grossen Ärgernis der Kinder trotteten die ‚Chläuse’ nach vollbrachter Schlägerei heimwärts durch die Nacht.“

 

Rute. Beim >Einkehrbrauch bekamen die Kinder einst die Rute zeichenhaft (ohne angehängte Süssigkeiten!) überreicht, aber auch als Strafinstrument zu spüren. Für diese pädagogische Massnahme war nicht der >Samichlaus, sondern der >Schmutzli zuständig. Im volkstümlichen Brauchtum hat darum die Rute eine positive und negative Bedeutung: Sie symbolisiert Herrschaft und Lebenskraft, aber auch Zorn und Züchtigung.

 

Sack. Der Sack hatte (neben der >Rute als Strafinstrument) beim >Einkehrbrauch einst eine doppelte (pädagogisch fragwürdige) Funktion: Für die „guten“ Kinder enthielt er Geschenke, die „bösen“ wurden hineingesteckt und abgeführt. Mit diesem Drohmittel nahm das Nikolausbrauchtum das alte Bild vom „Einen in den Sack stecken“ auf. Dessen Ursprung liegt im 16. Jahrhundert und war eine Form des Ringkampfes, indem der Besiegte in einen Sack gestossen oder gesteckt wurde. „Sack-Varianten“ ohne Bezug zum heiligen Nikolaus sind der Kindlifresser und der Struwwelpeter. Heute werden die Gaben (Äpfel, Nüsse, Dörrbirnen, Lebkuchen) meist in einem Korb mitgetragen.

 

Samichlaus. Der schweizerische und schwyzerische Mundartausdruck für Sankt Nikolaus heisst Samichlaus. Eine genaue Erklärung oder Deutung des Wortes gibt es nicht. Das vorgesetzte „Sami-“ dürfte im Volksmund vielmehr durch eine verkürzte oder verschliffene Verbindung aus „San(t)-Nikolaus“ (andernorts Santi-Chlaus) entstanden sein oder auch vom lateinischen „sancti“ (Genitivform) stammen. Eine ähnliche Verschleifung findet sich in der Schwyzer Mundart beim „Samichel“ für Sankt Michael.

 

Schenktermine. Bis ins 13. Jahrhundert war das Fest der Unschuldigen Kinder (28. Dezember) der traditionelle Kinderbeschenktag. Als danach >Verehrung und >Patronate des heiligen Nikolaus an Bedeutung gewannen, wurde der Schenktermin auf den 6. Dezember (Todestag des Nikolaus) verlegt. Nach der Überführung der geraubten Gebeine des heiligen Nikolaus von Myra nach Bari (Süditalien) im Jahre 1087 wurde der 9. Mai (erste öffentliche Verehrung) zum neuen (zusätzlichen) Feiertag. Vielerorts war der Nikolaustag jedoch den Knaben vorbehalten; die Mädchen erhielten ihre Geschenke erst am Luciatag (13. Dezember). In den katholischen Gebieten hielt sich der Schenktermin (6. Dezember) bis um 1900, während die Protestanten den Kinderbeschenktag seit der Reformation auf den 24. Dezember (Christkind) verlegten. In Schwyz ist überliefert, dass noch um 1930 der Nikolaustag als traditioneller Schenktermin galt und „der heilige Kinderfreund nützliche und notwendige Sachen“ brachte (>Klausenbein).

 

Schleuke. Der Mundartausdruck „Schleuke“ bedeutet heimliches, verstecktes, unbeachtetes oder stilles Einlegen von Geschenken (> Einlegebrauch). Der Samichlaus „schleukte“ den Kindern in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember vor allem >Äpfel, Dörrbirnen, >Nüsse und Süssigkeiten (>Lebkuchen). Er legte die guten Sachen entweder in einen Sack (auch Strumpf oder Stiefel), auf den Tisch oder den bereitgestellten Gabenteller.

 

Schmutzli. Der Begleiter des >Samichlaus ist in Schwyz der Schmutzli, eine Variante des Knecht Ruprecht. Er verkörpert das dunkle Böse, eine Art gezähmter Teufel, Höllengeist oder Dämon darstellend. Seine Attribute sind >Horn, >Sack, >Rute und (einst) >Kette. Dominant ist die schwarze Farbe: Pelerine, Hut, Bart (oft rötlich) und Gesicht (schwarz, schmutzig = sinnverwandte Wortdeutung für Schmutzli). Den Angstmacher charakterisieren auch sein Poltern, Klopfen, Rasseln, Stampfen und Knurren. Wo und wie es beim >Einkehrbrauch zu diesem Nikolausbegleiter kam, ist ungewiss, dürfte im Alpenraum aber in den Nikolausspielen (>Schüler-Bischof), im Lärmbrauchtum und in der >Adventspädagogik wurzeln.

 

Schnägg. Eines der beiden Schwyzer >Gebildebrote ist (neben dem >Vogel) die Schnecke, ein gegengleich zur Achterform gewundener Teigstrang. Über Jahrzehnte finden sich für die Schnecke von Schriftsprache bis Mundart die Bezeichnungen „Schnek“, „Schnegg“ oder heute „Schnägg“. Zeichenhaftes wird vor allem mit ihrem spiralig gestalteten und selber getragenen Haus in Verbindung gebracht, Harmonie und Genügsamkeit symbolisierend.

 

Schüler-Bischof. Konkret und anschaulich über „seltsame uralte hieländische Kirchen-Zeremonien“ mit Schülerbischof, Feier und Narretei berichtet 1819 der Schwyzer Pfarrer Thomas Fassbind (1755-1824) und vermerkt, der Nikolaustag sei bei den Alten ein feierlicher und freudiger Tag gewesen: „Ein Knab von 13 bis 14 Jahren, wie ein Bischof gekleidet mit zwei Knaben als Levite, wurde von einem grossen Zug Knaben mit Fahnen, Gewehren etc. vom Schulmeister Provisor (Verwalter) unter feierlichem Kirchengesang ‚Iste Confessor Domini’ in und aus der Kirche und weitumher begleitet, in der Kirche selbst stand dieser verkleidete Bischof mit den Ministranten während dem Amt unter dem Faldistorio (Armlehnstuhl), und wann der Priester in die Sacristei zurückgekehrt war, bestieg er den Altar, sang das ‚Sit nomen Domini benedictum’ und gab mit seinem Stab dem Volk den Segen. So zog das ganze Heer aus der Kirche vor den Knaben-Bischof her. Aussert dem Friedhof (Kirchenareal) gesellten sich zwei Männer mit Masquret Kleidern (Fasnachtskostüm) zu dem andächtigen Zug, begleiteten ihn und hielten Ordnung. So zog man im ganzen Dorf herum unter stätem Schiessen und Jubeln bis zur Vesper, dero man abermahl bewohnte und das ganze Zeug nahm mit einem Schmaus ein Ende. So ergetzen sich gross und kleine Kinder.“ Fassbind erwähnt dann unter den Nebenerscheinungen auch das „Herumsingen in ganzen Chören nachts, zur hl. Weihnachts-, Neujahrs- und ersten Fasten-Sonntags u.a. Zeiten“. Ein >Knabenbischof und ein >Chlauskomitee ist auch im Kollegium Maria Hilf nachgewiesen.

 

Schülerlegende. Der auch in Schwyz gepflegte >Einkehrbrauch (>Ineschtaa) wurzelt in der Schülerlegende. Sie erzählt, dass der heilige Nikolaus drei wandernde Knaben, die von einem Wirt, bei dem sie Unterkunft gefunden hatten, umgebracht, zerstückelt und in einem Fass gepökelt wurden, wieder ins Leben zurückgerufen haben soll. Die Legende wurde ab dem 12. Jahrhundert in Klosterschulen als Spiel inszeniert und in diesem Zusammenhang auch ein >Knaben-Bischof gewählt.

 

Skulpturen. Die älteste plastische Darstellung des heiligen Nikolaus in der Pfarrei St. Martin befindet sich in der Marienkapelle der Klosterkirche St. Josef im Loo. Die Holzskulptur stammt aus der Zeit um 1600 und zeigt den Heiligen im Bischofsgewand, das Buch in der rechten Hand und darauf die drei Goldkugeln (>Zahl Drei). Eine jüngere Nikolausfigur befindet sich oberhalb Rickenbach im >„Chlausechappeli“.

 

Trägerschaft. Ab den 1920er-Jahren war der Samichlausbrauch in Schwyz eine Angelegenheit der Pfarrei (>Pfarreisamichlaus) in Zusammenarbeit mit den Standesvereinen. Anlass dazu gaben Probleme mit den politischen Parteien (>Politik), die damals noch ihren eigenen Samichlaus auf Hausbesuche schickten. Ab den 1970er-Jahren bis 2004, als der Brauch zu verkümmern drohte, zeichnete der Sigrist Josef Baggenstos für die Organisation verantwortlich. Seit 2005 ist der Verein >Chlausengesellschaft St. Martin Schwyz der Brauchtumsträger.

 

Verehrung. Die Verehrung des Bischof von Myra steht in engem Zusammenhang mit Grundwerten wie Uneigennützigkeit, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Solidarität mit Notleidenden und Schwachen, Schenken und Teilen. Basis dafür sind die Jungfrauenlegende und der daraus entstandene >Einlegebrauch. Die Bedeutung als Schutzpatron der Kinder wurzelt hingegen in der >Schülerlegende.

 

Vogel. Eines der beiden Schwyzer >Gebildebrote ist (neben dem >Schnägg) der Vogel. Die Gestaltung von Grundform und Proportionen erfordert einiges Handgeschick. Der Teigstrang wird so gebogen und geknüpft, dass die verdickte Stelle den Leib darstellt, während die einfachen Enden Kopf und Schwanz bilden. Es werden weder Rosinen noch Wacholderbeeren als Augen eingesetzt, ebenso die Teigstücke nicht geteilt, um Flügel oder Schwanz anzudeuten. Vögel sind symbolisch-mythologisch allgemein positiv besetzt. Deshalb dürfte es sich beim Schwyzer Brauchtumsgebäck um zeichenhafte „Freude- und Glücksbringer“ und damit um „Glücksvögel“ handeln.

 

Wunschzettel. Als das Nikolausfest (6. Dezember) für die Kinder noch offizieller >Schenktermin und damit Vorläufer der heutigen Weihnachtsgeschenke war, bürgerte sich der Brauch des Wunschzettels ein. Auf einem Stück Papier oder einer Karte listeten die Kinder ihre Wünsche (Kleider, Spielsachen, Süssigkeiten) auf. In Schwyz legten man den Wunschzettel abends auf das Fenstersims in der Hoffnung, Nikolaus (und später das Christkind) werde ihn abholen und die Wünsche beim >Schleuke, >Inerüere oder >Ineschteaa erfüllen. Seit das Christkind die Weihnachtsgeschenke bringt, übergeben die Kinder ihren Wunschzettel oft dem Samichlaus mit der Bitte, ihn dem „Christkind“ abzugeben.

 

Zahl Drei. Der heilige Nikolaus wird meistens mit drei Goldkugeln abgebildet. In der Dreigestalt dieser Beigaben (Attribute) finden sich drei Symbole: Zahl, Kugel und Gold. Die Zahl Drei gilt als heilig: Dreifaltigkeit im Christentum, Auferstehung Jesu am dritten Tag. Die Kugel als Urform aller Körper steht für die Allgegenwart Gottes. Das Gold symbolisiert die Kostbarkeit und Unvergleichlichkeit: weder Feuer, Rost noch Säure können ihm etwas anhaben. Die drei Goldkugeln sind verdichtete Zeichen für die Wirksamkeit Gottes: das Geschenkte ist sowohl Heilung wie Heil.

 

Zwerge. Im 20. Jahrhundert nahmen die kommerzielle Nutzung der Figur des Nikolaus und Weihnachtsmannes markant zu. Die Verkitschung reduzierte den Gabenbringer auf Postkarten und Oblatenbildchen zum alten Männlein, zum Wichtel- und Heinzelmännchen, also Zwergen-Weihnachtsmann. Ein „Ableger“ dieser Entwicklung findet sich Ende der 1950er-Jahre für kurze Zeit auch in Schwyz: Der damalige Sigrist Bernhard (Beny) Kayser besuchte als Nikolaus privat und auf speziellen Wunsch vereinzelt Familien. Begleitet wurde er nicht von >Engeln oder >Ministranten, sondern von Zwergen mit Bart, Zipfelmütze und Laterne. Die Kleider hatte er bei einem Kostümverleih in Luzern gemietet.

 

 

Quellen und Literatur

Becker-Huberti Manfred, Der Heilige Nikolaus. Leben, Legenden und Bräuche, Köln 2005

Fassbind Thomas, Religions-Geschichte Unsers Vatterlandes Schwiz (unveröffentlicht), Staatsarchiv Schwyz

Flüeler Norbert, Die Feier der Kirchenfeste im 16. Jahrhundert in der Pfarrkirche zu St. Martin, in Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Nr. 30, Schwyz 1921

Gyr Martin, Schwyzer Volkstum, Einsiedeln 1955

Méchin Colette, Sankt Nikolaus, Feste und Volksbräuche, Saarbrücken 1982

Mensing Roman, Nikolaus von Myra. Der Mann hinter dem Weihnachtsmann, Strasbourg 2002

Meyer André, Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz I, Der Bezirk Schwyz, Der Flecken Schwyz und das übrige Gemeindegebiet, Basel 1978

Mezger Werner, Sankt Nikolaus. Zwischen Kult und Klamauk, Ostfildern 1993

Mündliche Überlieferungen und Hinweise von Gewährsleuten

Ruch Martin u.a., St. Nikolaus, Heiliger und Kinderschreck, Reihe Volksfrömmigkeit und Brauchtum, Lindenberg 1999

Scheuber Josef Konrad, Die St. Nikolaus-Bescherung, in: Franz Odermatt, Der Schwyzer Pfarrer, das Lebensbild eines Urschweizers, Schwyz 1952

Schweizerisches Idiotikon, Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Chlaus, Band III, Spalten 687-698; Schüler-Bischof im Kollegium Maria Hilf Schwyz, Band III, Spalte 689, Zürich 1895

von Euw Aloys, Sankt Nikolaus begegnen. Ein Werkbuch, Luzern 1994

von Reding Georg, Samichlaus und Weihnacht in Schwyz, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde, Heft Nr. 35, Basel 1945

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Schülerbischof mit zwei Ministranten am Nikolausabend im Kollegiatstift St. Stephan in Bamberg. Kolorierte Zeichnung um 1581/1583. (Repro Staatsbibliothek Bamberg)



Schwyzer Samichlaus mit drei Äpfeln in der Hand und zwei Engeln als Begleiter. Kolorierte Skizze um 1928 von Hans Beat Wieland (1867-1945). (Repro Nachlass Wieland)



Samichlaus und Engel (ohne Schmutzli) vor dem Kollegium Maria Hilf um 1950. Erinnerung an die grosse Tradition des einstigen Schüler-bischofs und späteren Chlausenkomitees. (Repro 100 Jahre Kollegium Schwyz, 1956)



Klausen- oder Kerbhölzer sind bis um 1945 auch in Schwyz nachgewiesen. Die Zeich-nungen stammen aus der Forschungsarbeit (1970) von Klaus Beitl. (Foto repro)



Schwyzer Gebildebrote „Vogel“ und „Schnägg“, am Nikolaustag (6. Dezember) unter dem Brauchtumsgebäck heute noch eine schweizerische Sonderheit.



Nikolaus-Oblatenbild. Verschiedenste Oblaten-Motive wurden ab dem 19. Jahr-hunderts auf die Lebkuchen geklebt, dazu teils ergänzend mit Zuckerguss dekoriert.



Schwyzer Samichlaus mit Ministrantinnen und Schmutzli. Seit 2005 organisiert die Chlausengesellschaft St. Martin die Familienbesuche. (Bild Chlausengesellschaft)



„Ineschtaa“, der altüberlieferte Einkehrbrauch in Schwyz um 1975. Samichlaus mit Goldenem Buch, Ministranten mit Tortschen und Schmutzlis im Hintergrund.



Sankt Nikolaus mit Buch und Goldkugeln in der Marienkapelle des Klosterkirche St. Joseph im Loo. Skulptur aus der Zeit um 1600.



Wegkapelle St. Nikolaus („Chlausechappeli“)
an der Strasse zur Iberegg unterhalb des Windstock. Im Innern Holzstatue aus dem 18. Jahrhundert, Sankt Nikolaus mit Brustkreuz und Bischofsstab darstellend.