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Nikolaus von Myra
Alljährlich zieht er anfangs Dezember durch die
Strassen von Schwyz, der Samichlaus. Aber wer ist er eigentlich? Ist es der
ehrwürdige, alte Mann mit Bischofsstab und Mitra oder ist es der allgegenwärtige
Weihnachtsmann, der uns aus jedem Schaufenster entgegenlacht?
Nikolaus und Weihnachtsmann - gibt es überhaupt
einen Unterschied? Kleine Kinder zucken ahnungslos mit den Schultern. Ältere
Kinder sind sich dagegen sicher: "Der Weihnachtsmann kommt am Heiligen Abend und
der Nikolaus am 6. Dezember." Doch nach einer Denkpause beginnen auch sie zu
zweifeln: "An Weihnachten kommt doch eigentlich das Christkind", fügen sie
skeptisch hinzu. Die Verwirrung ist perfekt: Weihnachtsmann, Nikolaus,
Christkind - wer verbirgt sich hinter diesen Gestalten der Weihnachtszeit?
Betreiben sie Jobsharing, oder sind sie sogar Konkurrenten? Begegnen sie sich
bei der Arbeit oder gehen sie getrennte Wege?
Eines ist sicher: Nikolaus ist der Dienstältere.
Zwei historische Personen sind Vorbild für die Heiligengestalt gewesen: der
Bischof Nikolaus von Myra und der gleichnamige Abt von Sion, der auch Bischof
von Pinora war.
Bekannter ist allerdings Nikolaus von Myra. Viel
weiss man nicht mehr von ihm. Um das Jahr 280 ist er in Patras (Griechenland)
zur Welt gekommen. Als junger Mann wurde er Bischof von Myra. Bald danach
begannen die Christenverfolgungen. Auch Nikolaus geriet um das Jahr 310 in
Gefangenschaft und wurde im Kerker schwer misshandelt. Gezeichnet von den
Folterungen, trat er 325 auf dem berühmten Konzil von Nicäa auf. Von dieser
Versammlung gibt es noch Überlieferungen, die seine Unterschrift tragen. Mehr
weiss man über Leben und Wirken von Nikolaus kaum, bekannt ist nur noch das
ungefähre Sterbedatum des Bischofs. Der Todestag war ein 6. Dezember, das Jahr
lag zwischen 345 und 351.
Nikolaus war und ist ein unglaublich beliebter
Heiliger. So ist er der Patron Russlands, der Ministranten, der Pilger und
Reisenden, der Gefangenen, der Richter und Anwälte, der Feuerwehr (um nur ein
paar wenige zu nennen), aber auch Schutzpatron unzähliger Handwerksgruppen. Man
betet zu ihm für eine gute Heirat, gegen Wassergefahren und gegen Diebe. Aber
vor allem ist er der Schutzheilige und Freund der Kinder.
Der Nikolaus-Kult breitete sich etwa zwei
Jahrhunderte nach dem Tod des Heiligen aus. Die stärkste Verehrung erfuhr
Nikolaus etwa ab dem 8. Jh. in Russland, dessen Patron er seitdem auch ist.
Zaghaft breitete sich der Kult in der Folgezeit dann auch in Europa aus, so ab
dem 10. Jh. in Deutschland, Frankreich und England.
Italienische Seefahrer oder Piraten raubten im
Jahr 1087 die Gebeine von Bischof Nikolaus aus dem Sarkophag der Grabkirche in
Myra und brachten sie nach Bari in Apulien. Dort werden seither die Reliquien
des Verehrten in der Basilika S. Nicola aufbewahrt (siehe Abb. rechts).
Der leere Nikolaus-Steinsarkophag hingegen kann
noch heute in der Unterkirche des Nikolaus-Gotteshauses in Demre/Myra an der
Südwestküste der Türkei besichtigt werden. Das antike Myra allerdings ist nur
noch eine Ruinenstadt.
Wenn auch vom Leben des Nikolaus nicht mehr viel
bekannt ist, so ist das Brauchtum, das um seine Person entstanden ist, umso
reichhaltiger und ausgeprägter. Der Brauch der Nikolausbescherung am 6. Dezember
entstand im Mittelalter. Dass der Nikolaus überhaupt als Gabenspender auftritt,
hängt mit der Jungfrauenlegende zusammen. Danach konnten drei Töchter eines
verarmten Patriziers nicht heiraten, weil die Mitgift fehlte. Über Nacht legte
der heilige Nikolaus den jungen Frauen unbemerkt je eine goldene Kugel auf das
Bett. Seither gilt er auch als Patron der Liebenden und Heiratswilligen.
An den Vorabenden zum 6. Dezember besucht der Mann
mit dem weissen Bart die Kinder und beschenkt sie. Er lobt sie für ihre guten
Taten oder tadelt sie wegen Unartigkeiten. Vor die Tür gestellte Stiefel
(schleuken!) sind am Nikolausmorgen mit Süssigkeiten gefüllt. In den
Alpenländern treiben am Nikolaustag vermummte Gestalten, die sogenannten
Klausen, ihr Unwesen. Im Osten ist Nikolaus nach Maria die meistverehrte
Heiligengestalt.
Der Siegeszug des Weihnachtsmanns begann dagegen
erst im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entwickelte sich Weihnachten als
Familienfest, so wie wir es heute kennen, mit einem Weihnachtsbaum und
Bescherung am Heiligen Abend. Das Fest und seine Symbolfiguren wurden
verweltlicht. Die Bischofstracht wurde durch einen roten Mantel ersetzt. Der
Weihnachtsmann verkörperte nun Charakterzüge vom heiligen Nikolaus und seinem
Begleiter Knecht Ruprecht. Der Weihnachtsmann soll sogar direkt vom Knecht
Ruprecht abstammen.
Aber auch das Christkind sollte schon einmal den
Nikolaus als Gabenbringer ablösen. Martin Luther schaffte 1535 die Bescherung
durch den Heiligen ab und übertrug die Aufgabe an den "heiligen Christ". Heute
noch bringt das Christkind in vielen Familien am Weihnachtstag die Geschenke.
Der Weihnachtsmann ist in der Zwischenzeit zum
Heiligen der Werbebranche verkommen. Wo man auch hinschaut, der Global Player
mit dem Rauschebart und der Zipfelmütze ist schon da: In Geschäften, auf
Werbeplakaten, im Fernsehen oder auf Betriebsfeiern. Doch auch er hat Konkurrenz
bekommen: den smarten US-Amerikaner Santa Claus. Er soll Anfang der 30er Jahre
vom bekannten Getränkehersteller Coca-Cola entworfen worden sein. Santa
Claus reist mit einem PS-starken Truck, trägt einen Gürtel, schwere schwarze
Stiefel und liebt die braune Limonade.
Der klassische Nikolaus, lange Zeit hart bedrängt
vom Weihnachtsmann, ist aber wieder auf dem Vormarsch. Bei traditionsbewussten
Erwachsenen erlebt er langsam ein Revival. Beginnt also der Stern des
Weihnachtsmanns zu sinken? Viele Menschen vermissen das Geheimnisvolle und
die Glaubwürdigkeit des Heiligen in der Gestalt des Weihnachtsmannes.
Unser Samichlaus hat also noch lange nicht
ausgedient.

Samichlausbrauch in der Pfarrei St. Martin Schwyz 
VON HANS STEINEGGER
Einkehrbrauch, Gabenspender, Goldenes Buch, Gebildebrote,
Inestschaa, Lebkuchen, Klausenbein, Kinderglaube, Rute, Schülerbischof,
Schleuke, Samichlaus, Schmutzli oder Yffele sind nur einige wenige Begriffe am
Festtag des Heiligen Nikolaus. Sie alle sind in der Bevölkerung noch mehr oder
weniger geläufig, doch der historische Hintergrund und die Symbolik der Objekte
und Rituale kaum mehr bekannt. Am Beispiel der Samichlaustradition der Pfarrei
St. Martin Schwyz lassen sich verschiedene Brauchelemente auf Legenden, Mythen
und Kulte rund um den Bischof von Myra (um 270 bis 340) zurückführen. Das kleine
(unvollständige) Glossar will lexikalisch in die vielfältigen Begriffe Einblick
geben, an Vergangenes erinnern und auch Erklärungen aus genereller Sicht bieten.
Die zahlreichen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Begriffen sind
beeindruckend und deshalb in der Regel mit einem Hinweiszeichen (>) versehen.
Adventspädagogik. Bis um 1550 war
das Nikolausfest am 6. Dezember der Höhepunkt der Weihnachtszeit. Die
Reformation hob jedoch die Heiligenverehrung auf und ersetzte Nikolaus durch den
„Heiligen Christ“ (Christkind). Die Gegenreformation brachte zwar ein Verbot der
zur Fasnacht verkommenen Kinderbischof-Umzüge (>Schüler-Bischof), erklärte aber
Sankt Nikolaus wieder zur zentralen Figur. Der bisherige >Einlegebrauch
(Schleuke) entwickelte sich in den katholischen Gebieten ab dem 17. Jahrhundert
zum >Einkehrbrauch (Ineschtaa). Gleichzeitig entstand die sogenannte
Adventspädagogik: Fastende, betende (>Klausbeten) und gehorsame Kinder bekommen
Geschenke (>Bescherung), die bösen die >Rute. Gute Taten werden auf dem
>Klausenbein (Chlausebäi) festgehalten. Der >Samichlaus ist die grossväterliche
Autorität, die lobt und tadelt, aber auch der wohlwollende Gabenspender. Er wird
vom >Schmutzli (Knecht Ruprecht) begleitet, der das Böse (Dunkle, Dämonische)
verkörpert und lange Zeit als Angstmacher auftrat.
Apfel. Zu den Geschenken des
>Samichlaus gehören neben Dörrbirnen, >Nüssen, >Lebkuchen und Süssigkeiten auch
Äpfel. Sie sind mehr als nur Hausobst, sondern symbolisieren ebenso die
Goldklumpen aus der Jungfrauenlegende (>Einlegebrauch; >Zahl Drei). Nördlich der
Alpen galt zudem der Apfel im mittelalterlichen Paradiesspiel, das am 24.
Dezember in den Kirchen aufgeführt wurde, als Frucht des Lebens (Lebensbaum).
Nach diesem Verständnis war er auch ein Symbol des Sündhaften, denn das
lateinische „malum“ bedeutete sowohl Apfel als auch Übel und schloss somit das
Schuldhafte mit ein. Der Apfel versinnbildlicht ferner Fruchtbarkeit und
Reichtum.
Auszug. Der Auszug des >Samichlaus
aus der Kirche oder dem Pfarrhaus ist Teil des Rituals rund um das traditionelle
Nikolausbrauchtum. Seit Jahrzehnten zieht er am ersten Abend seiner Hausbesuche
auch in Schwyz mit seinem Gefolge (>Ministranten, >Schmutzli) durch die
Herrengasse. Während noch in den 1950er-Jahren nur ein Samichlaus das Pfarramt
verliess und dort nach dem >Kinderglauben auch nur „ein“ Nikolaus für einige
Tage wohnte, bilden heute mehrere Samichlausgruppen den Auszug, begleitet von
>Eseln und Fackelträgern, dazu am Strassenrand gesäumt von viel Volk. Der Auszug
ist zugleich ein „Einzug“ auf die Hofmatt, wo den Kindern Lebekuchen verteilt
werden, während sich die einzelnen Samichläuse auf ihre Routen begeben.
Bescherung. Sowohl beim
>Einlegebrauch als auch beim >Einkehrbrauch bringt der >Samichlaus den Kindern
heute noch traditionelle Gaben. Im >Sack des >Schmutzli sind es Baumnüsse,
Äpfel, Dörrbirnen, Lebkuchen und Süssigkeiten (teils auch Erdnüsschen und
Mandarinen). Schwyz kennt zudem zwei alte >Gebildebrote in Form von >Vogel und
>Schnecke (Schnägg), die meist am Nikolaustag „geschleukt“ werden. In Schwyz ist
es überdies Tradition, bei Privatpersonen Nüsse, Äpfel und Dörrbirnen für die
>Familienbesuche zu sammeln.
Bilder. Die älteste gemalte,
jedoch heute nicht mehr vorhandene Darstellung des heiligen Nikolaus stammte von
Ende 18. Jahrhundert und schmückte, zusammen mit dem heiligen Franz-Xaver, eine
gelbe Prozessionsfahne. Ferner ist Nikolaus gemeinsam mit sechs andern Heiligen
auf der 1652 gegossenen St. Martins-Glocke (auch Wiisi- und Leichenglocke
genannt) abgebildet.
Bischofsornat. In Schwyz tritt der
>Samichlaus im Bischofsornat (Amtstracht) auf. Dazu gehören: Rauchmantel (in
mehreren Farben), Untergewand (Albe), Gürtel (Zingulum), Mitra (Yffele,
Bischofsmütze), Bischofsstab (Krumm- oder Hirtenstab), Handschuhe (weiss) und
Buch (Goldenes). Zudem trägt er Perücke, Bart und Schnauz aus Naturhaar
(gebrochenes Büffelhaar; kein Wattebart!); sein Gesicht ist sorgfältig
geschminkt.
Buch, Goldenes. Beim
>Einkehrbrauch (Hausbesuch) übernimmt der >Samichlaus die Rolle des gütigen
Richters, der lobt und tadelt. Sein Wissen über das Verhalten der Kinder
entnimmt er dem „Goldenen Buch“. Es erinnert im religiösen Sinn an die Heilige
Schrift – an das Buch des Lebens, das göttliche Gericht oder die göttlichen
Ratschlüsse und symbolisiert somit die Allwissenheit Gottes, der das Handeln des
Menschen individuell richtet. Volkstümlich übertragen heisst dies: Im Buch
stehen die guten und schlechten Taten, über die nicht erst am Lebensende
geurteilt wird, sondern jährlich am Nikolaustag. Das positive Verhalten des
Kindes wurde einst auf dem >Klausenbein (>Kerbholz) festgehalten.
Chlausechappeli. Die kleine
Wegkapelle St. Nikolaus (Chlausechappeli) steht an der Strasse zur Iberegg
unterhalb des Windstock bei der Abzweigung zur Liegenschaft Lotenbach. Im Innern
steht hinter Gittern und Glas eine Holzstatue aus dem 18. Jahrhundert, den
heiligen Nikolaus mit Brustkreuz und Bischofsstab darstellend.
Chlausengesellschaft. Der Verein
Chlausengesellschaft St. Martin Schwyz wurde am 18. März 2005 von 20 aktiven
Samichläusen gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den
traditionsreichen Brauch ausschliesslich durch >Familienbesuche im Gebiet
Schwyz, Haggen, Burg, Rickenbach und Aufiberg sowie des Altersheims Acherhof zu
pflegen. Auf Auftritte an Vereins- und Geschäftsanlässen wird bewusst
verzichtet. Die Gesellschaft legt besonderen Wert auf die würdige Erscheinung
des >Samichlaus, indem nicht nur originale Rauchmäntel (>Bischofsornat) aus dem
Fundus der Pfarrkirche getragen, sondern auch die seit drei Generationen von der
(einstigen) Coiffeurfamilie Gramlich gepflegte Schminkkunst übernommen wurde.
Für die Familienbesuche ist eine schriftliche Anmeldung erforderlich. Die
Unkosten werden durch Spenden von Privaten und den Eltern der besuchten Familien
gedeckt. Neu organisiert und finanziert der Verein Gemeinsam für unsere Gemeinde
(GfuG) nach dem >Auszug das Verteilen von rund 400 Lebkuchen und den Ausschank
von Punsch.
Chlauskomitee. Auch das Wörterbuch
der schweizerdeutschen Sprache (Idiotikon) dokumentiert, wenn auch ohne
Jahresdaten, den >Knabenbischof im Kollegium Maria Hilf und verweist
gleichzeitig auf das entsprechende Brauchtum im Dorf. Es war damals am Vorabend
des Nikolaustages, als „nach dem Nachtessen ein Schüler-Bischof, begleitet von
den jüngsten, als Engel gekleideten und Kerzen tragenden Studentlein und den
Professoren in das Refektorium geschritten kamen, während zwei ‚Schmutzli’ sich
an der Saaltüre postierten; nach einem Vortrage über das Leben des Heiligen
verlas der ‚Samichlaus’ eine humoristisch gehaltene Censur der Schüler, die er
zum Schlusse mit Äpfeln, Nüssen, Backwaren beschenkte. Es war dieser Aufzug eine
Reminiscenz an den früheren öffentlichen Umzug der Schülerschaft des Ortes, bei
welchem ebenfalls ein Knabe als Bischof sogar in der Kirche fungierte, und der
nach dem Gottesdienste sich unter Bewachung von zwei vermummten Männern durch
das Dorf und die Umgegend fortsetzte und mit einer fröhlichen Mahlzeit endete.“
Noch Anfang der 1960er-Jahre existierte auch im Externat des Kollegiums ein
Chlauskomitee, das jährlich einen Nikolausabend mit Besuch des >Samichlaus und
einer Schnitzelbank organisierte.
Darstellungen. In der Pfarrei St.
Martin ist Sankt Nikolaus, der Bischof von Myra, in nur wenigen >Bildern und
>Skulpturen dargestellt, teils mit den typischen Attributen (Bischofsornat,
Mitra, Stab, Buch, Goldkugeln). Auf Verehrungen des Heiligen weisen Altäre
(>Patronate) in zwei früheren Kirchen des Hauptortes und zwei >Kapellen hin.
Einkehrbrauch. Als Gegenbewegung
zur Reformation (>Adventspädagogik), die den Niklaus als Gabenbringer (6.
Dezember) abschaffte und durch das Christkind (24. Dezember) ersetzte, entstand
in den katholischen Gebieten der Einkehrbrauch, in der Mundart >“Ineschtaa“
genannt.
Einlegebrauch. Das heimliche
Einlegen (Mundart: >Schleucke) während der Nacht oder das überraschende
Einwerfen (>Inerüere) von Gaben in die dunkle Stube durch den >Samichlaus haben
ihren Ursprung in der Jungfrauenlegende: Ein verarmter Mann wollte seine drei
Töchter zur Prostitution anhalten, damit er sie mit der nötigen Mitgift
(Aussteuer) standesgemäss verheiraten konnte. Nikolaus, damals noch nicht
Bischof und soeben durch ein Erbe vermögend geworden, erfuhr von der Notlage der
Familie. In drei aufeinander folgenden Nächten warf er je einen grossen
Goldklumpen durch das Fenster des Schlafzimmers der drei Jungfrauen. In der
dritten Nacht gelang es dem Vater, den Spender zu entdecken und ihm zu danken.
Darum wird Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln, Äpfeln oder Broten (auf einem
Buch oder in der Hand) dargestellt. Die >Zahl Drei (Dreigestalt) gilt als
heilig.
Engel. Während Jahrzehnten
begleiteten den >Samichlaus drei Engel, eingekleidet in farbige Alben, mit
länglichem Haar (Perücke) und einem Stern über der Stirn. Sie führten die
Klausengruppe an, spendeten mit Tortschen (Kerzenleuchten) Licht und waren als
„Gottesboten“ und „Diener“ ein Gegenpol zum teuflisch-dämonischen >Schmutzli. Es
war das Privileg der Sechstklassbuben, die Engel darzustellen. 1968/69 wurden
sie vom damaligen Pfarrhelfer Carl Wuhrmann auf Geheiss des Pfarrers und Vikars
„abgeschafft“. Fortan sollten nur noch >Schmutzlis als Begleiter unterwegs sein.
Der Grund lag nicht etwa im Trend der Zeit, beim Advents- und
Weihnachtsbrauchtum auf „Kitsch“ zu verzichten, sondern die Tatsache, dass die
Hausbesuche mit Kaffeerunden ausarteten, dabei auch Engel Alkohol tranken, und
die Gruppen verspätet heimkehrten. Der Entscheid löste bei den Jugendlichen
heftige Proteste aus, sodass in der Folge mit dem Einsatz von >Ministranten eine
Alternative gefunden wurde.
Esel. Der Esel begleitet den >Samichlaus nicht von Haus zu Haus, sondern seit einigen Jahren nur beim >Auszug; auch
„Nikolaus auf Pferd“ hat in Schwyz keine Tradition. Schweizerisch ist der Esel
bereits im 16. Jahrhundert belegt, und zwar auf einem (Zürcher) Backmodel mit
einer Szene des >Einlegebrauchs. Bedeutung und Symbolik sind umstritten:
Einerseits gibt es Hinweise auf das Grautier in der Bibel (Stall von Bethlehem,
Flucht aus Ägypten, Palmesel), anderseits gilt er als „Tier des kleinen Mannes“.
Esel (und Pferd) traten vor Jahrhunderten schon in religiösen Volksspielen auf.
Diese kippten jedoch mehr und mehr ins Närrische und Groteske und waren oft nur
noch Volksbelustigung: der Esel als Symbol für Dummheit und Verstocktheit.
Familienbesuche. Der >Samichlaus
der Chlausengesellschaft St. Martin besucht mit je zwei >Ministranten und
>Schmutzlis die Familien zu Hause in ihrer Stube. In feierlicher Stimmung
erzählt er den Kindern eine Geschichte oder führt mit ihnen ein Gespräch über
das vergangene Jahr, lobt und tadelt Ereignisse, die ihm die Eltern
aufgeschrieben haben, ohne dabei als „böser Mann“ oder „Angstmacher“
aufzutreten. Kerzenlicht und Adventskranz können die vorweihnachtliche Stimmung
bereichern, ebenso das Vortragen von Gedichten, Liedern oder Musikstücken durch
die Kinder, ist aber keine Pflicht. Am Schluss des Besuchs übergibt der
Samichaus ein kleines Geschenk (Chlausensack), das die Eltern bereitgestellt
haben.
Fastenzeit. Jedem grösseren
Festtag ging früher eine kürzere oder längere Fastenzeit voraus, so auch während
der vier Adventswochen. Das kirchliche Gebot führte dazu, dass jede Gelegenheit
gerne genutzt wurde, um aus der Fastenpflicht auszubrechen. Dazu zählte auch das
Nikolausspiel (>Knabenbischof), das sogar zum närrischen Treiben (>Maskierung)
ausartete.
Gebildebrote. Das Gebildebrot ist
ein Sinn- oder Bildergebäck, das zu religiösen oder traditionellen Anlässen in
bestimmter Form hergestellt und verzehrt wird. Die aus Teig geformten Backwaren
haben die Gestalt von Menschen, Tieren und Symbolen. In Schwyz haben sich (wie
in andern Innerschwyzer Ortschaften) am Nikolaustag zwei Gebildebrote erhalten:
>Vogel und >Schnägg. Der bisher älteste Beleg ist ein Eintrag in einem
Kommissionsbüchlein der Bäckerei Etter vom 6. Dezember 1903, als „8 Vögel u.
Schnek“ für „80 Cts.“ verkauft wurden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die
Gebildebrote aus ungesüsstem Zopf- oder Weggenteig schon im 19. Jahrhundert
bekannt waren, in der Regel nur vom Bäcker hergestellt, verkauft und bis heute
kaum privat gebacken wurden. Gegenüber der Symbolik sind Brotforscher
zurückhaltend, wurden doch die Gebäckformen oft von Region zu Region übernommen
und am neuen Ort aus reiner Freude an dekorativer Ausschmückung phantasievoll
verändert.
Horn. Wie >Rute, >Sack und >Kette zählt auch das Horn zu den Utensilien des >Schmutzli. Der unheimliche Hornstoss
signalisiert einerseits die Präsenz des >Samichlaus, steht anderseits für das
Dämonische. Als Lärminstrument erinnert das Horn (wie Glocke und Peitsche) an
vorchristliche Rituale rund um Schutz und Segen. Noch in den 1950er-Jahren
holten sich in Schwyz die Buben in der Metzgerei ein Kuh- oder Ochsenhorn,
sotten das Mark aus, sägten die Hornspitze ab, bohrten ein Loch in den Hohlraum
und feilten die Öffnung zu einem Mundstück aus. Während der Klausenzeit zogen
sie einzeln oder in Gruppen hornend durch die dunklen Strassen und Gassen.
Inerüere. Der Mundartausdruck
„Inerüere“ bedeutet hineinwerfen und ist eine Variante des Einlegebrauchs
(>Schleucke). Während die Familie in der halbdunklen Stube beim Adventskranz
sass und zum Samichlaus betete (>Klausengebet), hornte und polterte es draussen
plötzlich. Bald öffnete sich die Türe einen Spalt weit und aus einem Sack
kollerten >Nüsse, >Äpfel, >Lebkuchen und Süssigkeiten. Entweder brachten
Angehörige, Nachbarn oder Sozialinstitutionen den überraschenden Geschenksegen.
Dieser private Kleinbrauch lebte in Schwyz noch bis Mitte der 1960er-Jahre.
Ineschtaa. Der >Einkehrbrauch ist
in Schwyz unter dem Mundartausdruck „Ineschtaa“ bekannt und bedeutet nichts
anderes als „in die Stube eintreten“: Der >Samichlaus besucht auf Wunsch der
Eltern mit seinem Gefolge die Kinder. Der Brauch wurzelt in der >Schülerlegende.
Kapellen. In der Pfarrei St.
Martin existiert keine Nikolaus-Bruderschaft. Hingegen ist unterhalb des
Windstocks eine kleine Wegkapelle dem heiligen Nikolaus geweiht, im Volksmund
als >Chlausechappeli bekannt. Bis
1789 stand auch an der Strasse nach Steinen, nahe der Brücke über den Uetenbach,
eine schon 1429 erwähnte St. Nikolaus-Kapelle, vom Volk einst „Galgenchappeli“
genannt. Der volkstümliche Name erinnert an die Richtstätte des Alten Landes
Schwyz, die sich bis 1618 an dieser Stelle (Galgenmatt) befand, 1621 jedoch auf
Wunsch der Kapuziner beim Bau ihres Klosters ins Wintersried verlegt wurde.
Kerbholz. Der Begriff „Kerbholz“
bedeutete ursprünglich „Schuldkonto“. Heute ist vielfach nur noch die
Redewendung „etwas auf dem Kerbholz haben“, also „etwas Unerlaubtes, Unrechtes
getan haben“ oder „Schulden haben“ geläufig. Vom 15. bis 18. Jahrhundert diente
das Kerbholz zur Aufzeichnung und Abrechnung von Warenlieferungen,
Arbeitsleistungen und unbezahlten Zechen. Dieser „Datenspeicher“ war wohl
unverschlüsselt, aber nur schwer manipulierbar, denn die Einkerbungen wurden auf
zwei Holzstäben so vorgenommen, dass sie identische „Hicke“ aufwiesen und je ein
Stab für Gläubiger und Schuldner bestimmt war. Die Kerbhölzer waren nicht nur
Vorläufer der Kunden- und Kommissionsbüchlein, sondern wurden auch in der Land-
und Alpwirtschaft für Rechte und Pflichten der Alpgenossen, für Käse- und
Milchmengen oder für die Anzahl gealpter Tiere angewendet. In der
>Adventspädagogik diente das Kerbholz als Vorbild für das Betholz oder
>Klausenbein.
Kette. Der >Schmutzli war noch in
den 1950er-Jahren neben >Horn, >Rute und >Sack auch mit einer Kette ausgerüstet.
Kettenrasseln gehörten beim >Einkehrbrauch zum Ritual der Angstmacherei. Die
Kette ist aber auch ein Zeichen der Untat (Sünde), die den Menschen „in Ketten
legen kann“. Der Samichlaus hat seinerseits das Böse stets im Griff, indem er
den schwarzen Begleiter zurechtweisen und zur Ruhe zwingen kann.
Kinderglaube. Ob bei den
Vorbereitungen auf den Hausbesuch, beim >Schleuke, >Inerüere oder beim >Auszug
des >Samichlaus: In der >Adventspädagogik und im Kinderglauben gab es einst nur
„einen“ Samichlaus. Er wohnte während des Jahres zusammen mit den Engeln im
Himmel. Die >Schmutzlis hausten in den Felsspalten des Gibelwaldes und kamen nur
zur Samichlausenzeit ins Dorf. Zogen sie kurz vor dem Nikolaustag in den
Pfarrhof ein, durften die Himmelsgäste in schönen Zimmern übernachten, die
schwarzen Knechte nur in den Kellerräumen. Leuchtete in diesen Tagen zwischen
Rigi und Rossberg ein schönes Abendrot, dann sagten die Kinder: „Dr Chlaus
bached“.
Klausbeten. Das Klausengebet ist
als Ritual der Adventspädagogik (>Kerbholz, >Klausenbein) auch in Schwyz
nachgewiesen. Am Schwyzer Katholikentag 1928 hat Lehrer J. von Euw dazu
festgehalten: „Nach dem alten Kinderglauben im Schwyzerlande ist St. Nikolaus
vom Feste des heiligen Erzengels Michael an bis zum 6. Dezember fast beständig
auf Erden und sieht überall nach dem Betragen der Kinder. Dazu kommt das so
genannte Klausbeten. Die eifrigen Kinder suchen seit dem Michaelstag nicht mehr
die Gesellschaft anderer auf dem Schulwege, sondern beten für sich bei jeder
Gelegenheit den Rosenkranz. Nach Vollendung desselben machen sie wieder einen
Einschnitt oder „Hick“ in ihr >Klausenbein, das sie dann am Klausabend zur
Kontrolle auf den Tisch legen. Auf den Platz der ungezogenen und ungehorsamen
Kinder legt der St. Nikolaus eine >Rute oder gar in einer Papiertüte ein wenig
Rossdünger.“
Klausenbein. In der
>Adventspädagogik diente das Klausenbein als Instrument zur Aufzeichnung guter
Taten (>Klausenbeten); es hat damit seinen Ursprung im >Kerbholz. In der Region
Schwyz war das Klausenbein (Chlausebäi) in einigen Familien teils noch bis zum
Zweiten Weltkrieg in Gebrauch. Georg von Reding (1874-1956) berichtet davon: „Am
Vorabend wird mitten auf den Tafeltisch eine schöne, grosse Schüssel gestellt,
und jedes Kind legt sein Klausenbein an seinen Platz, den es am Familientisch
einnimmt. Da legt dann der heilige Kinderfreund nützliche und notwendige Sachen
hin und füllt die Schüssel mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen als Belohnung für
gute Aufführung, braves Lernen in der Schule und standhaftes Beten des
Rosenkranzes zu seiner Ehren.“ In den 1950er-Jahren, als das Klausenbein
vielerorts schon in Vergessenheit geraten war, ersetzten Eltern in Schwyz und
Umgebung das Klausenbein mit einer „Tafel“ aus Papier oder Karton, die an der
Stubenwand aufgehängt wurde. Darauf waren die Namen der Kinder und die
Wochentage ab November aufgeführt. Bis zum 6. Dezember wurde dann täglich am
Abend über das Verhalten jedes Einzelnen Rechenschaft abgelegt und dabei gute
Taten mit einem „goldenen“ und Untaten mit einem „schwarzen“ Strich vermerkt. So
ersetzte ein „Chritz“ auf der Klausentabelle den früheren „Hick“ im Klausenholz.
Knaben-Bischof. Der >Einkehrbrauch
erinnert an mittelalterliche Zeiten, als an Klosterschulen von der Schülerschaft
in geistlichen Spielen Nikolauslegenden dramatisiert wurden. Dazu gehörte auch
die Wahl eines Schüler- oder Knabenbischofs, der einen Tag lang die Regentschaft
übernehmen durfte. Er trug bischöfliche Kleidung, belohnte in Anlehnung an den
heiligen Nikolaus die Guten und bestrafte die Bösen. Im Spätmittelalter artete
das Nikolausfest(spiel) immer mehr aus, verursacht durch neue Begleitfiguren,
Kostümierungen sowie wilde und närrische Züge (>Maskierung). Verbote und
Gegenbewegungen waren die Folge. Auch in Schwyz ist 1634 ein >Schülerbischof
bezeugt: „Am St. Nikolaustag zieht der von Schulknaben erwählte Bischof mit
seinen Hauptleuten und Kriegern, morgens und abends zur Kirche. Unter den
Gesängen der deutschen und Lateinschüler vollzieht sich diese Zeremonie
besonders feierlich.“
Lebkuchen. Der „Honigkuchen“ der
Antike wandelte sich im Mittelalter zum „Lebkuoche“. Er wurde zuerst von einer
eigenen Bäckerzunft (Lebküchner), später vor allem von Klöstern
(Hostienbäckereien) hergestellt. Honig ersetzte ursprünglich den Zucker, den es
in raffinierter Form erst seit dem 19. Jahrhundert gibt. Weil das Gebäck als
gesund, heilend und verdauungsfördernd galt, durfte es (als eine Art Arznei)
auch in der >Fastenzeit gegessen werden. Durch die Verfeinerung mit Nüssen,
Mandel, Gewürzen („Pfeffer“) und Heilkräutern wurde der Lebkuchen zum
Pfefferkuchen. Der Name Lebkuchen leitet sich vermutlich vom lateinischen
„libum“ ab und heisst Fladen, Flachkuchen, Opferkuchen. Er wurde frei geformt,
mit Modeln geprägt (Szenen) oder mit Blechformen (Figuren) ausgestochen, dazu
teils mit >Oblaten und Zuckerguss garniert.
Maskierung. Sollte das
Bischofsspiel wie andere geistliche Spiele vor allem katechetischen Zielen
dienen, hatte die Wahl des >Schülerbischofs (>Knabenbischof) auch eine nicht
unbeabsichtigte heitere Note. Die Freiheiten nutzten die jugendlichen
Brauchtumsträger jedoch mehr und mehr für den Ausbruch aus dem Alltagsleben mit
Ausgelassenheit, Unfug, Bettelei und Maskenspiel analog zur Fas(t)nacht – mit
dem Teufel als Hauptfigur. In den Teufelsfiguren ist denn auch der Ursprung der
dämonischen Begleiter (>Schmutzli) des >Samchichlaus zu suchen.
Ministranten. Anfang der
1970er-Jahre wurden die >Engel als Begleiter des >Samichlaus durch Ministranten
(und später auch Ministrantinnen) ersetzt. Sie tragen Messdienerkleider und
leuchten der Chlausengruppe mit Tortschen (Kerzenleuchten) den Weg.
Nikolaos. Wie die Existenz des
Heiligen >Nikolaus nicht mit Fakten nachgewiesen werden kann, so gilt auch der
Name „Nikolaos“ nicht als Eigenname, sondern als eine Ehrenbezeichnung. Das
griechische „nikos“ bedeutet wörtlich „Sieg“, das „laos“ so viel wie „Volk“. In
der symbolischen Umsetzung und für die spätere >Verehrung heisst dies: Nikolaus
ist jener, „der das Böse besiegt und dem Volk gezeigt hat, wie das Gute
siegreich bleibt“.
Nikolaus. Nach der Legende soll
Nikolaus um 270 in Patara in der Provinz Lykien (Kleinasien, heute Türkei) als
Kind wohlhabender Eltern geboren und als Bischof von Myra (heute Demre) um 342
gestorben sein. Lebensdaten und Teilnahme am Konzil von Nicäa (325) sind jedoch
nicht gesichert. Die Wissenschaft geht sogar davon aus, dass die Figur des
Heiligen Nikolaus in der Realität nie existiert hat. Nachweisbar ist nur, dass
es wahrscheinlich einen Bischof >Nikolaus in Myra gegeben hat, von dem zuerst
vor Ort, dann ab dem 4./5. Jahrhundert in der Ostkirche und ab dem 8./9.
Jahrhundert in der Westkirche Wunderberichte verbreitet wurden, verbunden mit
kultischer Verehrung. Seine Lebensdaten und Legenden sind letztlich eine
Vermischung (Kompilation) mit jenen der zweiten historischen Figur, dem Abt
Nikolaos von Sion, Bischof von Pinara (6. Jahrhundert).
Nuss. Die Nüsse hatten vor Jahrzehnten als Nahrungsmittel einen hohen Stellenwert. Sie eigneten sich für die
Winterlagerung, waren nahrhaft und lecker. Darum schenkte sie nicht nur der
>Samichlaus, sondern wurden später an einem Faden an den Weihnachtsbaum gehängt
und in Schwyz sogar an der Fasnacht von den Maskeraden (Nüssler) verteilt. In
der Symbolk gilt die Nuss als Zeichen für Gottes unerforschlichen Ratschluss:
„Gegenwart und Zukunft geben manche Nuss zu knacken!“ Vergoldete Nüsse am
Christbaum zeigen zudem an, dass das Leben zwei Seiten hat: Der verborgene Kern
im Innern und das strahlende Äussere.
Oblaten. Neben den >Gebildebroten
(Vogel, Schnägg) fertigen die Bäckereien in Schwyz (bis heute) in alter
Tradition mit Modeln und Stechformen verschiedene >Lebkuchen her. Die Oberfläche
wurde einst mit Zuckerguss garniert und dabei ornamental und figürlich
geschmückt. Gesundheitliche Bedenken gegen die Zuckerfarben und die technischen
Möglichkeiten führten im 19. Jahrhundert dazu, die Lebkuchen mit gedruckten
Oblatenbildern zu dekorieren. Dazu standen ganze Bilderbogen mit zahlreichen
Motiven zur Verfügung, vom Nikolaus (mit Esel) über den Weihnachtsmann bis zu
Märchenfiguren (Hänsel und Gretel). In Schwyz blieb es lange Zeit Tradition, die
Lebekuchen neben den Oblaten mit farbigem Zuckerguss zu schmücken. Heute werden
Nikoläuse und Weihnachtsmänner auch mit (alten und neuen) Blech-, Bakelit- oder
Plastikformen in Schokolade gegossen.
Patronate. Der Bischof von Myra
wurde, wie keine anderer Heiliger, von unterschiedlichsten Personen und
Berufsleuten als Schutzpatron angerufen und verehrt: Kinder und Schüler,
Mädchen, die sich Männer, und Frauen, die sich Kinder wünschen, Gebärende,
Seeleute, Schiffer, Flößer, Schiffsbauer, Fährleute, Kaufleute, Müller, Bäcker,
Metzger, Schneider, Weber, Reisende, Gefangene, Advokaten, Notare, Pfandleiher,
Küfer, Wein- und Kornhändler, Eigentümer, Bettler, ja sogar Gefangene und Diebe.
Die Pfarrei St. Martin kennt mit Ausnahme des >Chlausenchappeli keine Patronate
und Bruderschaften, ebenso nur wenige abgegangene oder erhaltene alte
>Darstellungen des Sankt Nikolaus (>Bilder, >Skulpturen). Nur in der einstigen
romanischen Kirche von Schwyz ist 1299 die Weihe eines zweiten Seitenaltars „zu
Ehren des hl. Bischofs Nikolaus“ nachgewiesen. Ebenso war einer der fünf Altäre,
die 1481 in der neuen gotischen Kirche geweiht wurden, dem heiligen Nikolaus
geweiht.
Pfarrei-Samichlaus. Nach Problemen
mit dem Samichlaus der politischen Parteien (>Politik) griff um 1920 Pfarrer
Franz Odermatt (1883-1951) persönlich ein und organisierte vor allem mit dem
Jungmännerbund einen „würdigen Pfarrei-Samichlaus“ (>Trägerschaft). Der damalige
Vikar Josef Konrad Scheuber (1905-1990) erinnert sich an einen Samichlaus,“der
nun Jahr für Jahr mit mehreren farbigen Gruppen – Bischof; >Engel mit Laternen,
Buch und Glöcklein; Schmutzli mit Wagen, Tschifern (Rücktragkorb), Gabensack und
dem weithin schallenden >Horn – von Haus zu Haus die braven Kinder der ganzen
Gemeinde besucht, abfrägt, ermahnt und beschenkt. Schon früh im Sommer werden
Gaben für diese fröhliche Bescherung im Pfarrhaus abgegeben. Ja, einmal geschah
es, dass drei geschäftsmüde Jungferlein ihren ganzen Ladenvorrat dem Pfarrer für
den Samichlaus vermachten. Manches Fuhrwerk wurde hochbeladen vor das Pfarrhaus
gefahren, und jahrelang zehrte die Nikolausbescherung von diesem Reichtum an
Tuch und Stoffen, die im Pfarrhausestrich gut gelagert, von Arbeiterinnen und
Jungfrauen allmählich zu Kinderkleidchen verarbeitet, durch den Kinderbischof
verschenkt werden konnten.“
Politik. Als Kuriosum im
Nikolausbrauchtum der Pfarrei St. Martin ist der „politische Samichlaus“ in die
Geschichte eingegangen. Dazu berichtet der damalige Vikar Josef Konrad Scheuber
(1905-1990): „Früher schickte zu Beginn der Adventszeit jede politische
Parteigruppe von Schwyz ihren ‚Samichlaus’ auf die abendliche Reise. Die
Familien konnten sich anmelden. Eine ungute Habgier nach immer mehr führte zu
charakterlosen Anmeldungen bei allen Parteien. Das Ende vom Lied: drei
‚Samichläuse’ mit allem Schmutzlizubehör trafen in der gleichen Stube zusammen.
Bartlos und zum grossen Ärgernis der Kinder trotteten die ‚Chläuse’ nach
vollbrachter Schlägerei heimwärts durch die Nacht.“
Rute. Beim >Einkehrbrauch bekamen die Kinder einst die Rute zeichenhaft (ohne angehängte Süssigkeiten!) überreicht,
aber auch als Strafinstrument zu spüren. Für diese pädagogische Massnahme war
nicht der >Samichlaus, sondern der >Schmutzli zuständig. Im volkstümlichen
Brauchtum hat darum die Rute eine positive und negative Bedeutung: Sie
symbolisiert Herrschaft und Lebenskraft, aber auch Zorn und Züchtigung.
Sack. Der Sack hatte (neben der >Rute als Strafinstrument) beim >Einkehrbrauch einst eine doppelte (pädagogisch
fragwürdige) Funktion: Für die „guten“ Kinder enthielt er Geschenke, die „bösen“
wurden hineingesteckt und abgeführt. Mit diesem Drohmittel nahm das
Nikolausbrauchtum das alte Bild vom „Einen in den Sack stecken“ auf. Dessen
Ursprung liegt im 16. Jahrhundert und war eine Form des Ringkampfes, indem der
Besiegte in einen Sack gestossen oder gesteckt wurde. „Sack-Varianten“ ohne
Bezug zum heiligen Nikolaus sind der Kindlifresser und der Struwwelpeter. Heute
werden die Gaben (Äpfel, Nüsse, Dörrbirnen, Lebkuchen) meist in einem Korb
mitgetragen.
Samichlaus. Der schweizerische und
schwyzerische Mundartausdruck für Sankt Nikolaus heisst Samichlaus. Eine genaue
Erklärung oder Deutung des Wortes gibt es nicht. Das vorgesetzte „Sami-“ dürfte
im Volksmund vielmehr durch eine verkürzte oder verschliffene Verbindung aus
„San(t)-Nikolaus“ (andernorts Santi-Chlaus) entstanden sein oder auch vom
lateinischen „sancti“ (Genitivform) stammen. Eine ähnliche Verschleifung findet
sich in der Schwyzer Mundart beim „Samichel“ für Sankt Michael.
Schenktermine. Bis ins 13.
Jahrhundert war das Fest der Unschuldigen Kinder (28. Dezember) der
traditionelle Kinderbeschenktag. Als danach >Verehrung und >Patronate des
heiligen Nikolaus an Bedeutung gewannen, wurde der Schenktermin auf den 6.
Dezember (Todestag des Nikolaus) verlegt. Nach der Überführung der geraubten
Gebeine des heiligen Nikolaus von Myra nach Bari (Süditalien) im Jahre 1087
wurde der 9. Mai (erste öffentliche Verehrung) zum neuen (zusätzlichen)
Feiertag. Vielerorts war der Nikolaustag jedoch den Knaben vorbehalten; die
Mädchen erhielten ihre Geschenke erst am Luciatag (13. Dezember). In den
katholischen Gebieten hielt sich der Schenktermin (6. Dezember) bis um 1900,
während die Protestanten den Kinderbeschenktag seit der Reformation auf den 24.
Dezember (Christkind) verlegten. In Schwyz ist überliefert, dass noch um 1930
der Nikolaustag als traditioneller Schenktermin galt und „der heilige
Kinderfreund nützliche und notwendige Sachen“ brachte (>Klausenbein).
Schleuke. Der Mundartausdruck
„Schleuke“ bedeutet heimliches, verstecktes, unbeachtetes oder stilles Einlegen
von Geschenken (> Einlegebrauch). Der Samichlaus „schleukte“ den Kindern in der
Nacht vom 5. auf den 6. Dezember vor allem >Äpfel, Dörrbirnen, >Nüsse und
Süssigkeiten (>Lebkuchen). Er legte die guten Sachen entweder in einen Sack
(auch Strumpf oder Stiefel), auf den Tisch oder den bereitgestellten
Gabenteller.
Schmutzli. Der Begleiter des
>Samichlaus ist in Schwyz der Schmutzli, eine Variante des Knecht Ruprecht. Er
verkörpert das dunkle Böse, eine Art gezähmter Teufel, Höllengeist oder Dämon
darstellend. Seine Attribute sind >Horn, >Sack, >Rute und (einst) >Kette.
Dominant ist die schwarze Farbe: Pelerine, Hut, Bart (oft rötlich) und Gesicht
(schwarz, schmutzig = sinnverwandte Wortdeutung für Schmutzli). Den Angstmacher
charakterisieren auch sein Poltern, Klopfen, Rasseln, Stampfen und Knurren. Wo
und wie es beim >Einkehrbrauch zu diesem Nikolausbegleiter kam, ist ungewiss,
dürfte im Alpenraum aber in den Nikolausspielen (>Schüler-Bischof), im
Lärmbrauchtum und in der >Adventspädagogik wurzeln.
Schnägg. Eines der beiden Schwyzer
>Gebildebrote ist (neben dem >Vogel) die Schnecke, ein gegengleich zur
Achterform gewundener Teigstrang. Über Jahrzehnte finden sich für die Schnecke
von Schriftsprache bis Mundart die Bezeichnungen „Schnek“, „Schnegg“ oder heute
„Schnägg“. Zeichenhaftes wird vor allem mit ihrem spiralig gestalteten und
selber getragenen Haus in Verbindung gebracht, Harmonie und Genügsamkeit
symbolisierend.
Schüler-Bischof. Konkret und
anschaulich über „seltsame uralte hieländische Kirchen-Zeremonien“ mit
Schülerbischof, Feier und Narretei berichtet 1819 der Schwyzer Pfarrer Thomas
Fassbind (1755-1824) und vermerkt, der Nikolaustag sei bei den Alten ein
feierlicher und freudiger Tag gewesen: „Ein Knab von 13 bis 14 Jahren, wie ein
Bischof gekleidet mit zwei Knaben als Levite, wurde von einem grossen Zug Knaben
mit Fahnen, Gewehren etc. vom Schulmeister Provisor (Verwalter) unter
feierlichem Kirchengesang ‚Iste Confessor Domini’ in und aus der Kirche und
weitumher begleitet, in der Kirche selbst stand dieser verkleidete Bischof mit
den Ministranten während dem Amt unter dem Faldistorio (Armlehnstuhl), und wann
der Priester in die Sacristei zurückgekehrt war, bestieg er den Altar, sang das
‚Sit nomen Domini benedictum’ und gab mit seinem Stab dem Volk den Segen. So zog
das ganze Heer aus der Kirche vor den Knaben-Bischof her. Aussert dem Friedhof
(Kirchenareal) gesellten sich zwei Männer mit Masquret Kleidern
(Fasnachtskostüm) zu dem andächtigen Zug, begleiteten ihn und hielten Ordnung.
So zog man im ganzen Dorf herum unter stätem Schiessen und Jubeln bis zur
Vesper, dero man abermahl bewohnte und das ganze Zeug nahm mit einem Schmaus ein
Ende. So ergetzen sich gross und kleine Kinder.“ Fassbind erwähnt dann unter den
Nebenerscheinungen auch das „Herumsingen in ganzen Chören nachts, zur hl.
Weihnachts-, Neujahrs- und ersten Fasten-Sonntags u.a. Zeiten“. Ein
>Knabenbischof und ein >Chlauskomitee ist auch im Kollegium Maria Hilf
nachgewiesen.
Schülerlegende. Der auch in Schwyz
gepflegte >Einkehrbrauch (>Ineschtaa) wurzelt in der Schülerlegende. Sie
erzählt, dass der heilige Nikolaus drei wandernde Knaben, die von einem Wirt,
bei dem sie Unterkunft gefunden hatten, umgebracht, zerstückelt und in einem
Fass gepökelt wurden, wieder ins Leben zurückgerufen haben soll. Die Legende
wurde ab dem 12. Jahrhundert in Klosterschulen als Spiel inszeniert und in
diesem Zusammenhang auch ein >Knaben-Bischof gewählt.
Skulpturen. Die älteste plastische
Darstellung des heiligen Nikolaus in der Pfarrei St. Martin befindet sich in der
Marienkapelle der Klosterkirche St. Josef im Loo. Die Holzskulptur stammt aus
der Zeit um 1600 und zeigt den Heiligen im Bischofsgewand, das Buch in der
rechten Hand und darauf die drei Goldkugeln (>Zahl Drei). Eine jüngere
Nikolausfigur befindet sich oberhalb Rickenbach im >„Chlausechappeli“.
Trägerschaft. Ab den 1920er-Jahren
war der Samichlausbrauch in Schwyz eine Angelegenheit der Pfarrei
(>Pfarreisamichlaus) in Zusammenarbeit mit den Standesvereinen. Anlass dazu
gaben Probleme mit den politischen Parteien (>Politik), die damals noch ihren
eigenen Samichlaus auf Hausbesuche schickten. Ab den 1970er-Jahren bis 2004, als
der Brauch zu verkümmern drohte, zeichnete der Sigrist Josef Baggenstos für die
Organisation verantwortlich. Seit 2005 ist der Verein >Chlausengesellschaft St.
Martin Schwyz der Brauchtumsträger.
Verehrung. Die Verehrung des
Bischof von Myra steht in engem Zusammenhang mit Grundwerten wie
Uneigennützigkeit, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Solidarität mit
Notleidenden und Schwachen, Schenken und Teilen. Basis dafür sind die
Jungfrauenlegende und der daraus entstandene >Einlegebrauch. Die Bedeutung als
Schutzpatron der Kinder wurzelt hingegen in der >Schülerlegende.
Vogel. Eines der beiden Schwyzer
>Gebildebrote ist (neben dem >Schnägg) der Vogel. Die Gestaltung von Grundform
und Proportionen erfordert einiges Handgeschick. Der Teigstrang wird so gebogen
und geknüpft, dass die verdickte Stelle den Leib darstellt, während die
einfachen Enden Kopf und Schwanz bilden. Es werden weder Rosinen noch
Wacholderbeeren als Augen eingesetzt, ebenso die Teigstücke nicht geteilt, um
Flügel oder Schwanz anzudeuten. Vögel sind symbolisch-mythologisch allgemein
positiv besetzt. Deshalb dürfte es sich beim Schwyzer Brauchtumsgebäck um
zeichenhafte „Freude- und Glücksbringer“ und damit um „Glücksvögel“ handeln.
Wunschzettel. Als das Nikolausfest
(6. Dezember) für die Kinder noch offizieller >Schenktermin und damit Vorläufer
der heutigen Weihnachtsgeschenke war, bürgerte sich der Brauch des Wunschzettels
ein. Auf einem Stück Papier oder einer Karte listeten die Kinder ihre Wünsche
(Kleider, Spielsachen, Süssigkeiten) auf. In Schwyz legten man den Wunschzettel
abends auf das Fenstersims in der Hoffnung, Nikolaus (und später das Christkind)
werde ihn abholen und die Wünsche beim >Schleuke, >Inerüere oder >Ineschteaa
erfüllen. Seit das Christkind die Weihnachtsgeschenke bringt, übergeben die
Kinder ihren Wunschzettel oft dem Samichlaus mit der Bitte, ihn dem „Christkind“
abzugeben.
Zahl Drei.
Der heilige Nikolaus wird meistens
mit drei Goldkugeln abgebildet. In der Dreigestalt dieser Beigaben (Attribute)
finden sich drei Symbole: Zahl, Kugel und Gold. Die Zahl Drei gilt als heilig:
Dreifaltigkeit im Christentum, Auferstehung Jesu am dritten Tag. Die Kugel als
Urform aller Körper steht für die Allgegenwart Gottes. Das Gold symbolisiert die
Kostbarkeit und Unvergleichlichkeit: weder Feuer, Rost noch Säure können ihm
etwas anhaben. Die drei Goldkugeln sind verdichtete Zeichen für die Wirksamkeit
Gottes: das Geschenkte ist sowohl Heilung wie Heil.
Zwerge. Im 20. Jahrhundert nahmen
die kommerzielle Nutzung der Figur des Nikolaus und Weihnachtsmannes markant zu.
Die Verkitschung reduzierte den Gabenbringer auf Postkarten und Oblatenbildchen
zum alten Männlein, zum Wichtel- und Heinzelmännchen, also
Zwergen-Weihnachtsmann. Ein „Ableger“ dieser Entwicklung findet sich Ende der
1950er-Jahre für kurze Zeit auch in Schwyz: Der damalige Sigrist Bernhard (Beny)
Kayser besuchte als Nikolaus privat und auf speziellen Wunsch vereinzelt
Familien. Begleitet wurde er nicht von >Engeln oder >Ministranten, sondern von
Zwergen mit Bart, Zipfelmütze und Laterne. Die Kleider hatte er bei einem
Kostümverleih in Luzern gemietet.
Quellen
und Literatur
Becker-Huberti Manfred, Der Heilige Nikolaus. Leben, Legenden
und Bräuche, Köln 2005
Fassbind Thomas, Religions-Geschichte Unsers Vatterlandes Schwiz
(unveröffentlicht), Staatsarchiv Schwyz
Flüeler Norbert, Die Feier der Kirchenfeste im 16. Jahrhundert
in der Pfarrkirche zu St. Martin, in Mitteilungen des Historischen Vereins des
Kantons Schwyz, Nr. 30, Schwyz 1921
Gyr Martin, Schwyzer Volkstum, Einsiedeln 1955
Méchin Colette, Sankt Nikolaus, Feste und Volksbräuche,
Saarbrücken 1982
Mensing Roman, Nikolaus von Myra. Der Mann hinter dem
Weihnachtsmann, Strasbourg 2002
Meyer André, Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz I, Der Bezirk
Schwyz, Der Flecken Schwyz und das übrige Gemeindegebiet, Basel 1978
Mezger Werner, Sankt Nikolaus. Zwischen Kult und Klamauk,
Ostfildern 1993
Mündliche Überlieferungen und Hinweise von Gewährsleuten
Ruch Martin u.a., St. Nikolaus, Heiliger und Kinderschreck,
Reihe Volksfrömmigkeit und Brauchtum, Lindenberg 1999
Scheuber Josef Konrad, Die St. Nikolaus-Bescherung, in: Franz
Odermatt, Der Schwyzer Pfarrer, das Lebensbild eines Urschweizers, Schwyz 1952
Schweizerisches Idiotikon, Wörterbuch der schweizerdeutschen
Sprache, Chlaus, Band III, Spalten 687-698; Schüler-Bischof im Kollegium Maria
Hilf Schwyz, Band III, Spalte 689, Zürich 1895
von Euw Aloys, Sankt Nikolaus begegnen. Ein Werkbuch, Luzern
1994
von Reding Georg, Samichlaus und Weihnacht in Schwyz, in:
Schweizerisches Archiv für Volkskunde, Heft Nr. 35, Basel 1945 
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Schülerbischof mit zwei Ministranten am Nikolausabend im Kollegiatstift St. Stephan in Bamberg. Kolorierte Zeichnung
um 1581/1583.
(Repro Staatsbibliothek Bamberg)

Schwyzer Samichlaus
mit drei Äpfeln in der Hand und zwei Engeln als Begleiter. Kolorierte Skizze um
1928 von Hans Beat Wieland (1867-1945).
(Repro Nachlass Wieland)

Samichlaus und Engel (ohne Schmutzli) vor dem
Kollegium Maria Hilf um 1950. Erinnerung an die grosse Tradition des einstigen
Schüler-bischofs und späteren Chlausenkomitees.
(Repro 100 Jahre Kollegium Schwyz, 1956)

Klausen- oder Kerbhölzer sind bis um 1945 auch in Schwyz nachgewiesen. Die Zeich-nungen stammen aus der
Forschungsarbeit (1970) von Klaus Beitl.
(Foto repro)

Schwyzer Gebildebrote „Vogel“ und
„Schnägg“, am Nikolaustag (6. Dezember) unter dem
Brauchtumsgebäck heute noch eine schweizerische Sonderheit.

Nikolaus-Oblatenbild. Verschiedenste Oblaten-Motive
wurden ab dem 19. Jahr-hunderts auf die Lebkuchen geklebt, dazu teils ergänzend
mit Zuckerguss dekoriert.

Schwyzer Samichlaus mit
Ministrantinnen und Schmutzli. Seit 2005 organisiert die Chlausengesellschaft St.
Martin die Familienbesuche.
(Bild Chlausengesellschaft)

„Ineschtaa“, der altüberlieferte
Einkehrbrauch in Schwyz um 1975. Samichlaus mit Goldenem Buch,
Ministranten mit Tortschen und Schmutzlis im Hintergrund.

Sankt Nikolaus mit Buch und Goldkugeln in der
Marienkapelle des Klosterkirche St. Joseph im Loo. Skulptur aus der Zeit um
1600.

Wegkapelle St. Nikolaus
(„Chlausechappeli“)
an der Strasse zur Iberegg unterhalb des Windstock. Im Innern Holzstatue aus dem
18. Jahrhundert, Sankt Nikolaus mit Brustkreuz und Bischofsstab darstellend. |
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